Unwetter: Unterbrüche im ÖV und vollgelaufene Keller

Hagel, Starkregen und Blitzeinschläge haben seit Montagabend zu etlichen Feuerwehr-Einsätzen im Kanton Bern geführt. Bei der Polizei gingen rund 40 Meldungen ein.

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Die Feuerwehren hatten am Dienstagmorgen alle Hände voll zu tun. Ein heftiges Gewitter zog über den ganzen Kanton und sorgte für Unwetterschäden.

Zumeist musste Wasser aus Kellern gepumpt werden. In Frutigen schlug der Blitz am Montagabend in eine Seilbahn-Station ein, in Interlaken in ein Wohnhaus. Die Feuerwehr konnte das entfachte Feuer rasch löschen und das Wohnhaus blieb bewohnbar. Verletzt wurde niemand.

Vom Unwetter besonders betroffen war am Montagabend die Region Meiringen – wobei es sich um ein besonders lokales Gewitter handelte: Eine der Wetterstationen in Meiringen war komplett trocken, währenddessen es «ein paar Hundert Meter weiter extrem regnete», wie Cédric Sütterlin vom Wetterdienst Meteonews sagte. Ausserdem habe fast jede einzelne Zelle im Oberland Hagel mit sich gebracht.

Am Montag hätten sich zahlreiche Gewitter extrem lokal entladen, so Sütterlin. Es sei schwierig, eine durchschnittliche Regenmenge anzugeben, da die Zahlen stark variierten.

Am frühen Dienstagmorgen herrschte über Bern eine apokalyptische Stimmung. Video: Florine Schönmann

Am Dienstagmorgen war der ganze Kanton vom Unwetter betroffen. Ein Gewitterkomplex zog vom Genfersee her über das Kantonsgebiet. Besonders im Raum Seeland wurden viele Keller überschwemmt. Von Montag 14 Uhr bis Dienstag 9.30 Uhr gingen bei der Polizei insgesamt 40 Meldungen ein.

Die Berufsfeuerwehr Bern stand am Dienstag bereits 20 Mal im Einsatz. Wasser drang in Keller, Heizungen und Liftschächte ein. Wie die Feuerwehr in einer Mitteilung schreibt, hätten aufgrund der Wetterlage zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert werden müssen.

Am Dienstagmorgen herrschte im ganzen Kanton Bern garstiges Wetter. Auch in Nidau gewitterte es stark. Video: Martin Bürki

Probleme auch im ÖV

Zwischen Mittelhäusern und Schwarzenburg ist die Bahnlinie zurzeit wegen Unwetterschäden unterbrochen. Der Bahndamm wurde wegen den grossen Regenmengen unterspült. Die S-Bahnzüge S6 Bern - Schwarzenburg fallen zwischen Mittelhäusern und Schwarzenburg aus; es verkehren Ersatzbusse. Die Linie ist voraussichtlich erst am 7. Juli wieder in Betrieb.

Auch der Fahrplan auf den Bernmobil-Linien 6, 7, 8 und 20 wurde durch das Unwetter durcheinandergebracht. Mittlerweile fahren die Busse und Trams jedoch wieder normal.

Public Viewing: ja, aber. . .

«Die Situation beruhigt sich jetzt», so Cédric Sütterlin von Meteonews. Der Niederschlag lasse im ganzen Kanton nach. Für den Nachmittag erwartet er einen Mix aus Wolken und Sonnenschein bei schwülen Temperaturen zwischen 23 und 27 Grad.

Wenn um 16 Uhr in St. Petersburg der WM-Achtelfinal zwischen der Schweiz und Schweden angepfiffen wird, sollte es in den meisten Regionen des Kantons trocken bleiben – dem Public Viewing im Freien steht also nichts im Weg.

Einzig im Berner Oberland sei die Wahrscheinlichkeit für Regengüsse und vereinzelte Gewitter hoch, so Sütterlin. So wie die Gewitter am Montagmorgen überraschend stark waren, könne am Nachmittag aber auch überraschend sonniges Wetter herrschen.

Haben Sie Bilder oder Videos vom Unwetter gemacht? Schicken Sie sie uns an online@bernerzeitung.ch.

flo/sda

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