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Unwetter: 65 Meldungen in drei Stunden

Am Dienstag zog zwischen 17 und 18 Uhr ein Gewitter der Stufe Rot über den Kanton Bern. Bei der Kantonspolizei Bern gingen Meldungen wegen Sturmschäden ein. In mehreren Gemeinden fiel kurzzeitig der Strom aus.

chh
Bern, Lenk, Wiedlisbach: So wütete das Unwetter in der Region. <i>Video: Tamedia Webvideo mit Material von 20 Minuten Leserreporter</i>

Kurz aber heftig war die Gewitterfront, die am Dienstagvorabend über den Kanton Bern zog. Zwischen 17 und 20 Uhr gingen bei der Kantonspolizei Bern insgesamt 65 Meldungen ein, wie die Medienstelle am Mittwochmorgen mitteilt. Dies hauptsächlich wegen umgestürzten Bäumen und Schäden durch Sturmwinde. Von verletzten Personen ist bisher noch nichts bekannt.

Das Unwetter zog innerhalb von wenigen Augenblicken auf und war ungefähr nach zehn Minuten vorbei: Das Wetterportal Meteocentrale warnte vor einem Gewitter der Stufe rot, welches kurz nach 17 Uhr registriert wurde. Das Unwetter kam aus Südwest und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 79 km/h in nordöstliche Richtung. Es bestand die Gefahr von Hagel, Starkregen, schweren Sturmböen und einer hohen Blitzaktivität.

Auch der Wetterdienst von SRF warnte auf Twitter vor Sturmböen:

Die Zugbahn des Unwetters verlief über Rüschegg via Seftigen, Uttigen und Kiesen nach Oberdiessbach und Eggiwil. Anschliessend zog das Gewitter in Richtung Nordosten in die Zentralschweiz und quer durchs Mittelland.

Im Thuner Lerchenfeldquartier sowie in Münsingen stürzte ein Baum um, über dem Babybecken im Berner Marzilibad riss das Dach über dem Babybecken an einem Mast aus. Ein riesiger Ast sei direkt neben Familien runtergeknallt, meldete eine Reporterin aus dem Freibad.

10'000 Leute waren ohne Strom

Die Gewitterfront hat ab dem späten Nachmittag zu Stromausfällen im Versorgungsgebiet der BKW geführt. Besonders betroffen waren das Gebiet Gantrisch, Teile des Berner Oberlands sowie Teile des Emmentals. Zeitweise waren gegen 10'000 Kunden ohne Strom, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Ein Grossteil der Kunden konnte bereits nach kurzer Zeit wieder mit Strom versorgt werden.

Durch die heftigen Gewitter und die starken Winde wurden Stromleitungen beschädigt und es kam zu Stangenbränden. Über 20 Spezialisten der BKW waren seit Beginn der Stromausfälle in zahlreichen Gebieten im Einsatz und konnten die meisten Störungen beheben. Sie arbeiten derzeit daran, die restlichen Versorgungsunterbrüche zu beheben. Vereinzelte Störungen können aber weiterhin auftreten.

Gemäss dem Wetterdienst Meteonews wurden am Dienstagabend die stärksten Windböen in Langnau registriert: Dort wehten die Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 94 km/h.

Wegen eines Blitzeinschlags ist laut den SBB die Strecke zwischen Belp und Seftigen auf der Linie Belp–Thun für den Bahnverkehr bis mindestens 23 Uhr unterbrochen. Es verkehren Bahnersatzbusse.

Bis am Mittwochmorgen ist im ganzen Kanton Bern mit weiteren Gewittern zu rechnen. Gemäss aktuellen Angaben findet das 1.-August-Feuerwerk auf dem Gurten statt und wird wie geplant um 22.15 Uhr gezündet.

Der Ausblick auf der Moosegg um 17.20 Uhr.
Der Ausblick auf der Moosegg um 17.20 Uhr.
Leserreporter
Gleicher Ort, 40 Minuten später: Um 17.41 sah es aus, als wäre nie ein Sturm vorbeigezogen.
Gleicher Ort, 40 Minuten später: Um 17.41 sah es aus, als wäre nie ein Sturm vorbeigezogen.
Kathrin Buholzer, Leserreporter
Im Thuner Quartier Lerchenfeld ist ein Baum umgestürzt.
Im Thuner Quartier Lerchenfeld ist ein Baum umgestürzt.
Leserreporter/20 Minuten
Auch in Münsingen stürzte während des Sturms ein Baum um.
Auch in Münsingen stürzte während des Sturms ein Baum um.
Leserreporter/20 Minuten
An der Lenk war das Gewitter «kurz und heftig».
An der Lenk war das Gewitter «kurz und heftig».
Leserreporter/20 Minuten
Im Berner Freibad Marzili riss das Dach über dem Babybecken an einem Mast aus...
Im Berner Freibad Marzili riss das Dach über dem Babybecken an einem Mast aus...
Sibylle Hartmann
...und ein riesiger Ast knallte direkt neben Familien runter», meldet eine Reporterin.
...und ein riesiger Ast knallte direkt neben Familien runter», meldet eine Reporterin.
Sibylle Hartmann
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So tobte das Unwetter kurz nach 17 Uhr in Münsingen... Video: Michael Bucher

...und in Konolfingen. Video: Claudia Salzmann

«Erfrüschig im Gotthäufdorf», schreibt ein Leserreporter aus Lützelflüh zu diesem Video. Video: Leserreporter/Andreas Reist

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