Bösingen

Unterkunft geschlossen, Lotsen weg

BösingenDie Asylunterkunft in Bösingen wird Ende April geschlossen. Die Gemeinde, die eine sehr positive Bilanz zieht, wird damit vor ein akutes Problem gestellt: Von heute auf morgen fehlen die freiwilligen Patrouilleure.

Bewohner des Asylzentrums sorgen in Bösingen jeweils dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sicher über die Strasse kommen.

Bewohner des Asylzentrums sorgen in Bösingen jeweils dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sicher über die Strasse kommen. Bild: Alain Wicht

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«Alles ist sehr gut gelaufen, wir hatten nie irgendwelche Probleme.» Der Bösinger Ammann Louis Casali zieht eine sehr positive Bilanz über den Betrieb der befristeten Asylunterkunft Bösingen.

Diese war am 1. November 2015 eröffnet worden und wird nun Ende April 2018 geschlossen, wie die Direktion für Gesundheit und Soziales mitteilt. Im Erstaufnahmezentrum mit 50 Plätzen waren in dieser Zeit 194 Personen aus 29 Nationen untergebracht.

Bedenken, die vor der Eröffnung im Raum standen, etwa die Nähe zur Schule, seien entkräftet worden. So hätten die Asylbewerber etwa die Turnhalle nutzen dürfen, hätten diese im Gegenzug auch gereinigt.

Negatives Bild korrigiert

Bösingen habe mit der Bereitstellung der Zivilschutzanlage als Asylunterkunft einen Beitrag zur Bewältigung der tragischen Flüchtlingskrise leisten können, schreibt der Gemeinderat im ­Gemeindeinfoblatt. «Die Gastfreundschaft unserer Gemeinde wurde eindrücklich unter Beweis gestellt.»

Für Louis Casali zeigt diese Erfahrung, dass der Kontakt mit Asylbewerbern nicht zwingend negativ sein müsse. «Der Sensebezirk besteht nicht nur aus Giffers», betont er mit dem Hinweis auf die kritischen Stimmen, die im Zusammenhang mit dem Bundesasylzentrum Guglera gefallen sind. Dieses soll Anfang April aufgehen.

Mit dem Einsatz von Asylsuchenden als Verkehrspatrouil­leure wollte die Gemeinde das negative Bild, dass der Sensebezirk nach aussen ausgestrahlt hat, ein wenig korrigieren.

Als schweizweites Pilotprojekt sind in Bösingen ab April 2016 Bewohner des Asylzentrums an den drei Fussgängerstreifen im Dorfzentrum gestanden und haben dafür gesorgt, dass die Schülerinnen und Schüler sicher über die Strasse kommen. Die Polizei habe bei diesem Einsatz bereitwillig mitgemacht und trotz der vielen Wechsel mit den Neuankömmlingen regelmässig Schulungen durchgeführt.

20 bis 30 Lotsendienste

Dass das Asylzentrum früher oder später zugehen wird, war für die Gemeinde keine Überraschung. Wie Louis Casali sagt, war die Gemeinde während der ganzen Phase in Kontakt mit allen Partnern und den kantonalen Behörden. «Was wir nicht bedacht haben, ist, dass wir mit der Schliessung auch unsere Lotsen verlieren», erklärt er.

Die Gemeinde hoffte, auf Ende März eine Lösung zu finden. «Wir haben nicht daran gedacht, dass das Zentrum schrittweise aufgelöst wird und dass bereits jetzt nicht genügend Bewohner mehr da sind, um den Dienst am Zebrastreifen zu übernehmen.»

Immerhin haben die Asylbewerber zwischen 20 und 30 Lotsendienste pro Woche übernommen, jeweils zusammen mit einem Patrouilleur aus dem Dorf. «Wir mussten kurzfristig nach Lösungen suchen. Unser Schulpräsident hat die Eltern angeschrieben in der Hoffnung, dass wir die Lücken schliessen können.» (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 14.02.2018, 09:05 Uhr

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