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«Die Polizei wurde gezielt angegriffen»

Für Adrian Wüthrich (SP) sind die jüngsten Angriffe auf Polizisten bei der Reitschule inakzeptabel. Der Präsident des kantonalen Polizeiverbandes fordert härtere Strafen gegen die Gewalttäter.

Ralph Heiniger
Polizisten räumen von Randalierern errichtete Barrikaden weg.
Polizisten räumen von Randalierern errichtete Barrikaden weg.
Jürg Spori
Wurde arg in Mitleidenschaft gezogen: Die Neubrückstrasse nach den Ausschreitungen.
Wurde arg in Mitleidenschaft gezogen: Die Neubrückstrasse nach den Ausschreitungen.
Keystone
Nach den Krawallen sind die Strassen mit Steinen übersät.
Nach den Krawallen sind die Strassen mit Steinen übersät.
Keystone
Polizisten sichern die Neubrückstrasse, nachdem die Situation eskalierte.
Polizisten sichern die Neubrückstrasse, nachdem die Situation eskalierte.
Keystone
Im Hintergrund ist eine von Vermummten errichtete Barrikade zu sehen, die anschliessend von der Polizei weggeräumt wurde.
Im Hintergrund ist eine von Vermummten errichtete Barrikade zu sehen, die anschliessend von der Polizei weggeräumt wurde.
Keystone
Solche Szenen spielten sich am späten Samstagabend vor der Reitschule ab.
Solche Szenen spielten sich am späten Samstagabend vor der Reitschule ab.
Jürg Spori
Scherben, Tränengas, Rauchpetarden:
Scherben, Tränengas, Rauchpetarden:
Jürg Spori
Einer von mehreren Wasserwerfern, die am Samstagabend eingesetzt wurden.
Einer von mehreren Wasserwerfern, die am Samstagabend eingesetzt wurden.
Jürg Spori
Vermummte liefern sich vor der Reitschule eine Strassenschlacht mit der Polizei.
Vermummte liefern sich vor der Reitschule eine Strassenschlacht mit der Polizei.
Jürg Spori
Polizisten werden mit Flaschen und Steinen angegriffen...
Polizisten werden mit Flaschen und Steinen angegriffen...
Jürg Spori
Die dunklen Sonnenbrillen dienten den Polizisten als Sichtschutz, damit sie nicht mit Laserpointern geblendet werden können.
Die dunklen Sonnenbrillen dienten den Polizisten als Sichtschutz, damit sie nicht mit Laserpointern geblendet werden können.
Raphael Moser
Demonstranten feuern Leuchtpetarden gegen Polizisten ab, diese antworten mit dem Wasserwerfer.
Demonstranten feuern Leuchtpetarden gegen Polizisten ab, diese antworten mit dem Wasserwerfer.
Raphael Moser
Polizisten drängen an einer von Randalierern errichteten Strassensperre vorbei.
Polizisten drängen an einer von Randalierern errichteten Strassensperre vorbei.
Raphael Moser
Polizisten auf der Neubrückstrasse. Mit den Steinen, die am Boden liegen, wurden die Einsatzkräfte beworfen.
Polizisten auf der Neubrückstrasse. Mit den Steinen, die am Boden liegen, wurden die Einsatzkräfte beworfen.
Raphael Moser
Rechts oben ist der brennende Lieferwagen zu erkennen.
Rechts oben ist der brennende Lieferwagen zu erkennen.
Raphael Moser
Polizisten in Vollmontur verteidigten sich gegen Angriffe von Demonstranten.
Polizisten in Vollmontur verteidigten sich gegen Angriffe von Demonstranten.
Jürg Spori
In der Nähe der Abstellgleise an der Neubrückstrasse...
In der Nähe der Abstellgleise an der Neubrückstrasse...
Jürg Spori
...setzten Randalierer ungefähr um 22 Uhr...
...setzten Randalierer ungefähr um 22 Uhr...
Raphael Moser
...einen Lastwagen in Flammen.
...einen Lastwagen in Flammen.
Jürg Spori
Offenbar gehört der Lieferwagen der SBB.
Offenbar gehört der Lieferwagen der SBB.
Nik Sarbach
Verängstigte Partygäste verfolgen das Geschehen aus dem Innern der Reitschule. In der Nacht von Freitag auf Samstag findet im Dachstock eine Drum'N'Bass Party statt. Der Anlass ist ausverkauft.
Verängstigte Partygäste verfolgen das Geschehen aus dem Innern der Reitschule. In der Nacht von Freitag auf Samstag findet im Dachstock eine Drum'N'Bass Party statt. Der Anlass ist ausverkauft.
Raphael Moser
...und reagieren darauf mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfer.
...und reagieren darauf mit dem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfer.
Jürg Spori
Die Demonstranten errichteten auf der Schützenmattstrasse mit Containern...
Die Demonstranten errichteten auf der Schützenmattstrasse mit Containern...
Jürg Spori
...und Absperrgittern Barrikaden und zündeten diese an.
...und Absperrgittern Barrikaden und zündeten diese an.
Jürg Spori
Auch auf der Neubrückstrasse wurden mit Gittern Barrikaden errichtet.
Auch auf der Neubrückstrasse wurden mit Gittern Barrikaden errichtet.
Jürg Spori
Unter anderem das Errichten der Barrikaden führte dazu, das die Situation eskalierte.
Unter anderem das Errichten der Barrikaden führte dazu, das die Situation eskalierte.
Jürg Spori
So sperrte die Polizei die Strassen ab: Im Hintergrund sind die Absperr-Jeeps zu sehen, 20 Meter davor wurde ein Absperrband angebracht. Wer dieses überschreitet, wird mittels Wasserwerfer und Gummischrot zurückgedrängt.
So sperrte die Polizei die Strassen ab: Im Hintergrund sind die Absperr-Jeeps zu sehen, 20 Meter davor wurde ein Absperrband angebracht. Wer dieses überschreitet, wird mittels Wasserwerfer und Gummischrot zurückgedrängt.
Jürg Spori
Die Polizei lässt den Demonstranten keine Wahl:
Die Polizei lässt den Demonstranten keine Wahl:
Jürg Spori
Nach mehreren Runden um die Reitschule kommt der Demonstrationsumzug schliesslich auf dem Vorplatz zum Stillstand.
Nach mehreren Runden um die Reitschule kommt der Demonstrationsumzug schliesslich auf dem Vorplatz zum Stillstand.
Jürg Spori
Hier marschierte der Demonstrationsumzug noch.
Hier marschierte der Demonstrationsumzug noch.
Jürg Spori
Um 20.40 Uhr marschierte ein Demonstrationsumzug mit geschätzten 500 Teilnehmern aus der Reitschule in Richtung Henkerbrünnli.
Um 20.40 Uhr marschierte ein Demonstrationsumzug mit geschätzten 500 Teilnehmern aus der Reitschule in Richtung Henkerbrünnli.
Jürg Spori
Die Kantonspolizei Bern ist beim Bollwerk auch am Samstagabend mit einem Grossaufgebot präsent. Beim Kunstmuseum steht bereits ein Wasserwerfer bereit.
Die Kantonspolizei Bern ist beim Bollwerk auch am Samstagabend mit einem Grossaufgebot präsent. Beim Kunstmuseum steht bereits ein Wasserwerfer bereit.
Jürg Spori
Entlang der Schützenmatt...
Entlang der Schützenmatt...
Jürg Spori
...wurde an jedem Baum...
...wurde an jedem Baum...
Jürg Spori
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Einmal mehr wurden Polizistinnen und Polizisten am Wochenende vor der Reithalle zur Zielscheibe der Linksextremen. Ad­rian Wüthrich, SP-Grossrat und Präsident des kantonalen Polizeiverbandes, spricht von einer neuen Qualität der Gewalt. «Am Mittwoch wurden Kolleginnen und Kollegen gezielt mit Feuerwerk angegriffen, am Samstag wurden Laser eingesetzt.»

Derartige Gewaltexzesse seien nicht tolerierbar. Die Täter würden weder Staat noch Politik respektieren, so Wüthrich. «Dennoch ist es die Aufgabe der Politik, den Dialog zu suchen und zu einer De­eskalation beizutragen.»

Doch der Dialog allein reiche nicht. Es brauche härtere Strafen gegen Täter, die Gewalt gegen Polizisten anwende würden, findet Wüthrich. Deshalb hat er im letzten Jahr gemeinsam mit Philipp Müller (FDP) im bernischen Grossen Rat eine Motion eingereicht, die fordert, dass Gewalt gegen Polizisten zwingend mit einer Geldstrafe und Gefängnis bestraft wird.

Adrian Wüthrich (SP). Bild: Andreas Blatter
Adrian Wüthrich (SP). Bild: Andreas Blatter

Die beiden Grossräte argumentieren, dass die Fälle von Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte seit Beginn der 1980er-Jahre landesweit von 300 auf jährlich 2000 Fälle zugenommen hätten. Nicht nur die Gewalt gegen Polizisten nehme zu, sondern auch gegen Angestellte von Sozialdiensten und Betreibungsämtern.

Der Grosse Rat hat die Motion angenommen, die Berner Regierung hat eine Standesinitiative eingereicht. Die Rechtskommission des Ständerats hat die Standesinitiative bereits angenommen. Wenn die Rechtskommission des Nationalrats nun auch zustimmt, hat die Rechtskommission des Ständerats zwei Jahre Zeit, um einen konkreten Gesetzesentwurf vorzulegen.

«Ein klares Zeichen»

Für Wüthrich wäre eine Umsetzung seiner Motion ein Zeichen dafür, dass die Politik die Gewalt gegen Polizisten als Problem anerkennt. «Es würde zeigen, dass unsere Gesellschaft Gewalt gegen Polizisten nicht akzeptiert.»

Bereits am Montag wird der Ständerat über eine SVP-Motion beraten, die noch einen Schritt weitergeht. Diese fordert eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr bei Gewalt gegen Polizisten.

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