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Die römische Villa war 75 Meter lang

Bei Umbauarbeiten in der Sonnhalde in Worb ist eine römische Mauer zum Vorschein gekommen. Sie gehört zum bereits bekannten Gutshof in diesem Quartier und lieferte neue Erkenntnisse dazu.

Ausgrabung des Archäologischen Dienstes in Worb fördern eine Mauer und einen Teil der Treppe eines römischen Gutshofs in der Sonnhalde zutage.
Ausgrabung des Archäologischen Dienstes in Worb fördern eine Mauer und einen Teil der Treppe eines römischen Gutshofs in der Sonnhalde zutage.
zvg

Eisenbahnschwellen sind der Grund, warum im Bereich der Wohnblöcke zwischen Neufeldstrasse und Vechigenstrasse in Worb römische Überreste zum Vorschein kamen. Bei der Sanierung eines Weges wurden die alten Schwellen am Hang herausgerissen. Dabei gaben sie den Blick auf ein Stück Mauer frei, das der Römerzeit zugeordnet werden konnte. Der Archäologische Dienst hatte ein Auge auf die Baustelle, weil 1986/1987 in der Nähe Teile eines römischen Gutshofs ausgegraben worden waren.

Die entdeckten Steine lassen sich ins Puzzle des Gutshofgrundrisses einfügen: Sie entpuppten sich als südliche Abschlussmauer des Herrschaftshauses (Villa). Davor wurden Fundamentsteine einer Treppe gefunden. Bei den archäologischen Untersuchungen im Juli und August konnten auch die Umfassungsmauer und weitere Mauern der Innenbebauung lokalisiert werden. Dank der neusten Funde kennt man nun die Ausdehnung: Die Fassade des Hauptgebäudes war 75 Meter lang. Der Gutshof gehörte damit zu den herrschaftlichen Bauten in der Umgebung der gallorömischen Siedlung Engehalbinsel.

Brand zerstörte den Gutshof

Der Archäologische Dienst machte 1986/1987 bei der Ausgrabung der Villa in der Sonnmatt wertvolle Funde. Nebst Mauern wurden Alltagsgegenstände entdeckt. Diese bewiesen, dass der Gutshof um 270 nach Christus einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen war. «Die Ruinen des Gutshofs waren mit Erde überdeckt», weiss René Bacher vom Archäologischen Dienst. «Dadurch konnten sich die Funde sehr gut erhalten, sie waren wie eingefroren.»

Bis zu 200 Arbeiter

In den ersten Jahrhunderten nach Christus gab es in der Schweiz viele Gutshöfe, alle zwei bis drei Kilometer befand sich ein solcher. Im Wirtschaftsteil eines Gutshofs produzierten bis zu 200 Personen – Sklaven und Wanderarbeiter – Güter für den Eigenbedarf und den Markt. Meist lagen die ausgedehnten Anlagen leicht erhöht an Süd- oder Westhängen. Das gilt auch für den Gutshof von Worb. In der weiteren Umgebung sind römische Siedlungen in Boll-Sinneringen, Muri und Vielbringen bekannt. Einzelne Funde stammen aus der Kirche Worb. Auf dem Worbberg wurde ein römisches Grab entdeckt.

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