Biel

Umweltorganisationen wehren sich gegen Westast der Umfahrung

BielIn Biel regt sich Widerstand gegen den geplanten A5-Westast. Der VCS Kanton Bern und der WWF Bern haben Einsprache gegen das Umfahrungsprojekt eingereicht.

Der A5-Westast soll vom Brüggmoos bis zum Vingelztunnel führen. Er befindet sich aber noch in Planung. Der A5-Ostast, der das Bözingenfeld mit Brüggmoos verbindet, soll Ende Oktober eröffnet werden.

Der A5-Westast soll vom Brüggmoos bis zum Vingelztunnel führen. Er befindet sich aber noch in Planung. Der A5-Ostast, der das Bözingenfeld mit Brüggmoos verbindet, soll Ende Oktober eröffnet werden. Bild: Kanton Bern/zvg

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Der VCS Kanton Bern und der WWF Bern haben gemeinsam Einsprache gegen das Nationalstrassenprojekt A5 Westast in Biel eingereicht. Die Umweltverbände kritisieren unter anderem, dass das Grossprojekt das Stadtbild stark beeinträchtigt.

Die beiden Organisationen halten das Projekt auch verkehrstechnisch für unzweckmässig und unverhältnismässig. Das Hauptziel der Verkehrsentlastung der Stadt Biel werde verfehlt, denn der geplante Anschluss Biel-Centre überschwemme die Innenstadt und die Quartiere gegen Nidau mit Verkehr.

Weiter kritisieren die Umweltorganisationen, dass der Westast vollständig im Grundwasser gebaut würde, was Baurisiken berge. Zudem beeinträchtige der Halbanschluss Biel-West das Naturschutzgebiet «Felseck».

Bei den Anschlussbauwerken beeinträchtigten die Tunnelöffnungen die Luft übermässig, und beim Anschluss Biel-Centre werde in der Innenstadt und auf der Achse Richtung Ipsach und Nidau der Lärm zunehmen. Ein weiteres Manko orten die beiden Einsprecher in der 15-jährigen Bauphase, die der Bevölkerung Lärm und viele Lastwagenfahrten bescheren werde.

Mit ihrer Einsprache wollen die beiden Organisationen erreichen, dass das Projekt an den Bundesrat zurückgewiesen wird, mit dem Auftrag, die Projektierung der Anschlüsse Biel-Centre und Biel-West zu überprüfen.

Es brauche ein Projekt, das den nationalen Durchgangsverkehr auf die Nationalstrasse verlagere, ohne in der Stadt Mehrverkehr zu verursachen, schreiben die beiden Umweltorganisationen in einer Mitteilung vom Montag. Ferner sei zu prüfen, ob für die Strecke Brüggmoos-Twann nicht auch eine drittklassige Nationalstrasse genügen würde.

Weitere Einsprache

Auch die Organisation Fussverkehr Schweiz hat eine Einsprache gegen das Projekt eingereicht, wie sie am Montag mitteilte. Sie fordert einen Verzicht auf die Anschlüsse Biel-Centre und Biel-West. Diese führten zu Mehrverkehr in Biel und Nidau. Zudem müsse das Projekt fussgängerfreundlicher ausgestaltet werden.

«Das aufliegende Projekt ist masslos. Sein Gigantismus erinnert an Zeiten, als das Auto den höchsten und das Zu-Fuss-Gehen entsprechend einen tiefen Stellenwert hatten», wird Casimir von Arx, Co-Präsident von Fussverkehr Kanton Bern, in der Mitteilung zitiert.

Ostast fast fertig

Der A5-Westast führt von Brügg her weitgehend unterirdisch in Richtung Vingelz und soll Nidau und den Westen der Stadt Biel vom Verkehr entlasten. Mit dem Bauwerk soll eine der letzten Lücken des Nationalstrassennetzes geschlossen werden.

Die Kosten für den Bau werden auf zwei Milliarden Franken geschätzt. 85 Prozent bezahlt der Bund, den Rest der Kanton. Die Gemeinden beteiligen sich finanziell an der Umsetzung der verkehrlich flankierenden Massnahmen.

Während am A5-Westast für Biel noch geplant wird, steht der A5-Ostast vor der Vollendung: Am 27. Oktober wird das knapp fünf Kilometer lange Nationalstrassen-Teilstück eröffnet. Der A5-Ostast führt von der Verzweigung Brüggmoos bis zur Verzweigung Bözingenfeld. (tag/sda)

Erstellt: 22.05.2017, 16:53 Uhr

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