Zum Hauptinhalt springen

Umstrittene Kunst am Worblenpark

Die Wohnüberbauung Worblenpark wird fristgerecht fertig. Nur die geplante Fassadenkunst fehlt noch. Gegen das umstrittene Werk läuft nun die Einsprachefrist.

Worblenpark visionär: Den roten Vogel möchte die Emmental-Versicherung um diese Installation des Künstlers Roger Pfund ergänzen. Die Gemeinde Ittigen stört sich aber am Emmental-Logo unten rechts.
Worblenpark visionär: Den roten Vogel möchte die Emmental-Versicherung um diese Installation des Künstlers Roger Pfund ergänzen. Die Gemeinde Ittigen stört sich aber am Emmental-Logo unten rechts.
zvg

Die Adressschildchen sind angebracht, es riecht nach frischem Teer, ein Möbelwagen fährt vor: Die Wohnüberbauung Worblenpark ist einzugsbereit. Offiziell fertiggestellt wird sie am 1.Juni. Aber auch dann ist der Bau nicht eigentlich vollendet. Geplant war eine Kunstinstallation an der Ostfassade: Grüne Metallblätter umranken einen Kamin und verwandeln sich schrittweise in einen roten Vogel.

Bis jetzt hängt nur der rote Vogel einsam an der grauen Wand. Eingeschlagene Dübel verraten, wo die restliche Installation angebracht wird. Wenn überhaupt. Bis am 17.Juni läuft die Einsprachefrist gegen die «Kunst am Bau». Danach entscheidet die Gemeinde über die Baubewilligung.

Kunst oder Reklame?

Schöpfer der geplanten Fassadenkunst ist der international renommierte Berner Roger Pfund, Designer des aktuellen Schweizer Passes. Immerhin lokal bekannt ist die Bauherrin der Wohnüberbauung: die Emmental-Versicherung. Seit geraumer Zeit debattiert sie mit der Gemeinde Ittigen. Es geht um eine alte Frage: Was ist Kunst? Und was ist Werbung?

Die Debatte dreht sich inzwischen nur noch um einen Punkt: Umstritten ist der vier Meter lange Schriftzug «Emmental», der unten rechts an der Fassade prangen soll. Auch ohne dass darunter «Versicherung» steht, ist er als Logo der Emmental-Versicherung zu erkennen. Das widerspreche dem Werbegesetz, meint der Ittiger Bauverwalter Beat Schläfli: «Man darf nicht Werbung an einem Gebäude machen, ohne darin eine Geschäftsstelle zu betreiben.» Unabhängig von den eingehenden Einsprachen ist die Haltung der Gemeinde klar: Entweder fällt das Logo weg. Oder die Versicherung integriert ein Büro in das Gebäude.

«Eine halbe Erpressung»

Obwohl die Versicherung diese Haltung kannte, reichte sie das Baugesuch mitsamt dem roten «Emmental» ein. «Ich kann doch nicht einfach das Werk eines Künstlers abändern», sagt Arturo Casanovas, Geschäftsführer der Emmental. Die andere Option, ein Büro einzurichten, bezeichnet er als «halbe Erpressung». Vorerst wartet er die Einsprachen ab. Und freut sich über den Erfolg des fertigen Worblenparks: Von den 61 Wohnungen stehen nur noch 3 leer. «Die gehen auch noch weg», ist sich Casanovas sicher. Bleibt dann noch Platz für das geforderte Büro? Keck meint der Geschäftsführer: «Wir haben natürlich einen Plan B.» Mehr verrät er nicht.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch