Um 22.30 Uhr ist für die jungen Asylbewerber Nachtruhe

Belp

Bald gehören jugendliche Asylsuchende zum Dorfbild in Belp. Die Fakten zum neuen Asylzentrum.

Das Wohnheim Säget: Hier ziehen die Asylsuchenden ein.

Das Wohnheim Säget: Hier ziehen die Asylsuchenden ein.

(Bild: Urs Baumann)

Vorgestern besuchten in Belp 175 Einwohner einen Informationsanlass der Gemeinde und des Kantons. Thema war das Asylzentrum für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA), das dieser Tage im Wohnheim Säget eröffnet wird. Die Stimmung war kritisch bis verständnisvoll.

Gemeindepräsident Rudolf Neuenschwander (SP), Migrationsdienstleiterin Iris Rivas und der Zentrumsverantwortliche Stephan Zihler beantworteten Dutzende von Fragen.

Der Abend brachte eine Fülle von Informationen und eine Reihe von Erkenntnissen:

  • Das bestehende UMA-Zentrum in Langnau ist überfüllt. Darum werden 40 der derzeit rund 140 UMA im Kanton in Belp untergebracht. Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt, die meisten kommen aus Eritrea.
  • Der Kanton schloss einen Mietvertrag für vorerst zwei Jahre mit der Nathaliestiftung ab, der das Wohnheim gehört. «Für die Gemeinde entstehen keine Kosten», sagte Rivas.
  • Der Swimmingpool vor dem Heim ist nicht Bestandteil des Mietvertrags.
  • Im Zentrum gibt es eine interne Schule mit vier Lehrpersonen. An erster Stelle steht dabei der Deutschunterricht. Die Jugendlichen sollen zudem gut auf den Alltag in der Schweiz vorbereitet werden.
  • Morgenessen gibt es bis 7 Uhr, Nachtruhe ist um 22.30 Uhr, am Wochenende um 23.30 Uhr. Dazwischen gibts Schule, Ausbildung, Beschäftigungen, Hausaufgaben, Ämtli und Freizeit.
  • Die jugendlichen Asylsuchenden sind haftpflichtversichert.
  • Die Öffnungszeiten des Belper Polizeipostens ändern sich nicht. «Wir haben die Securitas, die einmal pro Woche und Freitag- und Samstagnacht patrouilliert», sagte Neuenschwander. Er verwies zudem an den Polizeinotruf 117.
  • In der Nacht wird das Haus von einer Nachtwache und einer Pädagogin beaufsichtigt.
  • Den Jugendlichen stehen im Zentrum Computer zur Verfügung. Mobiltelefone bekommen sie nicht – aber alle haben eines. «Sie mischeln das irgendwie», sagte Zihler, «aber damit meine ich nicht stehlen.»
  • Das Haus ist offen. «Wir wollen mit der Bevölkerung in Kontakt treten», sagte Zihler. Bald findet ein Besuchstag statt, das Datum steht noch nicht fest.
  • Im Zentrum herrscht betreffend Gewalt Nulltoleranz. «Äusserst selten» seis in Langnau vorgekommen, dass die Polizei gerufen werden musste, so Zihler.
  • Kleider sind willkommen. «Wir wollen aber keine Brockenstube betreiben», sagte Zihler.
  • Der FC Belp darf auf einen Aufschwung hoffen. Die Erfahrungen zeigen, dass viele der jungen Asylsuchenden begnadete Fussballer sind und erfolgreich in einem Verein mitmachen.
  • Die Hotline für die Bevölkerung: 0793726338.

rei

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