Über 21 Berner Brücken musst du gehen

Bern

Am 9. Januar 2016 findet zum ersten Mal der «Bärner Brüggelouf» statt, bei dem insgesamt 21 Brücken überquert werden. Der Anlass ist ein Plauschtreff: Keine Bewilligung, keine Zeitmessung, keine Garderoben.

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Martin Bürki@tinubuerki27

«21 Brücken? Ja gibt es denn in Bern überhaupt so viele?» Diese Reaktion habe Daniel Beyeler nicht selten zu Ohren bekommen, als er von seiner Idee erzählte. Vor etwa 18 Monaten habe sich der leidenschaftliche Läufer aus Bern erstmals mit sechs Gleichgesinnten zu einer gemeinsamen Joggingrunde über verschiedene Berner Brücken aufgemacht. Seither seien sie «auf die eine oder andere Trouvaille» gestossen. Irgendwann sei die Idee entstanden, diese im Rahmen eines öffentlichen Anlasses den Laufsportfreunden zu präsentieren.

Am kommenden 9. Januar ist es so weit. Um 10 Uhr erfolgt beim Bierhübeli der Start zu einer 15 bis 16 Kilometer langen Strecke, die über insgesamt 21 Brücken, Stege oder Passerellen führt. «Nicht alle sind so offensichtlich wie die Kirchenfeldbrücke», verspricht Beyeler, und nennt als Beispiel die Klangbrücke in der Lorraine. «Ich bin überzeugt, dass manch einer etwas Neues kennenlernt.» Ganz wichtig: Keine Brücke wird zweimal überquert.

Jedem sein Tempo

Knapp 70 Teilnehmer haben sich bis am Dienstag auf Facebook für den «1. Bärner Brüggelouf» angemeldet. Haben die Organisatoren keine Angst, überrannt zu werden? «Wir lassen alles auf uns zukommen», sagt Daniel Beyeler. 150 Läufer empfände er schon als «grossen Erfolg». Er schätzt: «Wir werden wahrscheinlich mehrere Gruppen bilden, dem Lauftempo der Teilnehmer angemessen.»

Denn es sollen auch ehemalige Mittelstrecken-Schweizermeister aus der Region – Namen möchte Beyeler aufgrund ausstehender definitiver Zusagen noch keine nennen – am Start sein. «Gut trainierten Läufern wird ein Schnitt von sieben Minuten pro Kilometer zu langsam sein, Hobbyjogger können einer schnelleren Gruppe kaum folgen.»

Dennoch sind alle Interessierten willkommen: «Es geht einzig um den Plausch», erklärt Daniel Beyeler. Startnummern gibt es keine, die Zeit wird nicht gemessen und dementsprechend auch keine Rangliste erstellt. Auch Infrastruktur wird den Läufern keine geboten: Weder eine Garderobe, noch Duschen stehen zur Verfügung.

Verkehrsregeln beachten

Eine Bewilligung ist für diese «Zusammenkunft» nicht nötig, ebenso wenig wird die Laufstrecke abgesperrt. Gemäss Beyeler finden in Bern praktisch wöchentlich irgendwelche Lauftreffs oder -trainings statt, sei es vom Joggingclub, vom Laufsportverein oder vom STB (Stadtturnverein), an denen mitunter um die 250 Personen mitmachen.

Wer am Brückenlauf teilnehmen will, solle sich einfach an die üblichen Verkehrsregeln halten: «Wir laufen nur auf Trottoirs und überqueren keine Strassen bei Rot.» Ausserdem achte man darauf, sich auf bestimmten Stegen nur im Schritttempo fortzubewegen, wo dies erforderlich ist, zum Beispiel dem Altenbergsteg.

Dass die Strecke ungefähr gleich lang ist wie jene des Grand-Prix von Bern (10 Meilen oder 16 Kilometer), sei übrigens reiner Zufall, beteuert Daniel Beyeler: «Unsere eigentliche Route wäre mit 22 Kilometern einfach zu lang für den Breitensport. Wer weiss, vielleicht bieten wir das nächste Mal verschieden lange Strecken an, sofern das Interesse da ist.» Ebenso kann sich Beyeler eine Kategorie für Nordic Walker vorstellen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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