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Tram Region Bern: Stadtrat sagt Ja zum Kredit

Die Stadt Bern soll 54,6 Millionen Franken für das neue Tram Region Bern aufwerfen. Das Stadtparlament hat sich am späten Donnerstagabend nach einem Redemarathon klar hinter das Grossprojekt gestellt.

Das Tram Region Bern hatte an der Urne keine Chance.
Das Tram Region Bern hatte an der Urne keine Chance.
zvg
Kritik gab es zur geplanten Fällung der Baumalle an der Viktoriastrasse. Darauf gingen auch Einsprachen von Einwohnern der Moserstrasse ein.
Kritik gab es zur geplanten Fällung der Baumalle an der Viktoriastrasse. Darauf gingen auch Einsprachen von Einwohnern der Moserstrasse ein.
Urs Baumann
Im Bus auf der Linie 10 wird es immer enger. Regierungsrätin Barbara Egger (Bildmitte) setzte deshalb auf das Tram.
Im Bus auf der Linie 10 wird es immer enger. Regierungsrätin Barbara Egger (Bildmitte) setzte deshalb auf das Tram.
Urs Baumann
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Vor Mitternacht genehmigte der Stadtrat den vom Gemeinderat beantragten Ausführungskredit für den Bau der neuen Tramlinie 10 mit 49 zu 14 Stimmen. Zuvor waren zwei Rückweisungsanträge aus den Reihen der SVP und des linksgrünen Stadtrats Luzius Theiler abgelehnt worden.

Der Kredit umfasst den Stadtanteil an die Gesamtkosten des Trams, die 495 Millionen Franken betragen. Die Stadt investiert auch Geld, um Strassen, Plätze und Anlagen auf dem städtischen Teilstück des Trams zu sanieren und aufzuwerten.

Die neue Tramlinie 10 soll die heutige, chronisch überlastete Buslinie 10 von Köniz über Bern nach Ostermundigen ersetzen. Für den Kredit stimmten neben den Rot-Grün-Mitte-Fraktionen auch die Grünliberalen und die Fraktion BDP/CVP. Gegen das Tramprojekt wandten sich die FDP- und die SVP-Fraktion sowie die drei Vertreter kleiner Linksaussen-Parteien.

«Lebensqualität» oder «Murks»?

Die Befürworter sagten, das Tram Region Bern bringe mehr Lebensqualität, indem es den öffentlichen Verkehr attraktiviere und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Wenn die Linie 10 nicht mehr so überfüllt sei, würden mehr Pendler vom Auto auf den öffentlichen Verkehr umsteigen.

Die dringend nötige Kapazitätserweiterung auf der Linie 10 komme auch der Stadtbevölkerung zugute. Zudem werde die Landschaft geschützt, weil das Tram Verdichtung nach innen ermögliche und so die Zersiedelung stoppe.

Auch Berns Verkehrsdirektorin, Gemeinderätin Ursula Wyss (SP), warb für das Tramprojekt. Mit knapp 17 Millionen Fahrgästen pro Jahr sei die Linie 10 eine der am stärksten belegten Linien der Verkehrsbetriebe Bernmobil.

Die Gegner hingegen sprachen von einem «Murks». Hier sei durch Experten und Behörden «von oben nach unten» geplant worden, die Mitwirkungsmöglichkeiten seien ungenügend gewesen. Punkto Linienführung brauche es Verbesserungen, zudem sei eine Variante mit Megabussen statt Tram zu prüfen.

Für die Kritiker im Stadtrat sind die Gesamtkosten des Trams Region Bern intransparent und wohl zu tief veranschlagt. Die Zeche für den Tram-Unterhalt werde der städtische Steuerzahler übernehmen müssen.

Nicht zuletzt bedeute das Projekt einen Verlust von Lebensqualität in der Stadt, weil mehrere Alleebäume dem Trambau weichen müssten, wie mehrere Sprecher bedauerten.

Volk am Zug

Nach dem Parlament ist das Stimmvolk am Zug. Am 28. September befinden nicht nur die Stadtbernerinnen und Stadtberner über den Tramkredit, auch die Stimmbevölkerung von Köniz und Ostermundigen wird zur Urne gebeten, um über den Kreditanteil ihrer Gemeinden zu entscheiden.

Das Lokalparlament von Ostermundigen hat einem Kredit von knapp 28 Millionen Franken bereits zugestimmt. Das Könizer Parlament beugt sich am kommenden Montag - am 23. Juni - über den dortigen Gemeindekredit von 18,1 Millionen Franken.

Drei Viertel der Realisierungskosten fürs neue Tram werden Bund und Kanton tragen. Stimmen alle beteiligten Gemeinden zu, soll Anfang 2015 mit dem Bau der Tramlinie 10 begonnen werden. 2021 soll das Tram auf die Schienen kommen.

SDA/cla

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