Tram-Komitee verspricht Gewinn für alle

Bern

Parteien von links bis rechts sowie Wirtschafts- und Verkehrsverbände starteten ihre Kampagne für das Tram Region Bern. Das Projekt sei eine einmalige Chance für die drei Standortgemeinden und den ganzen Kanton. Es produziere nur Gewinner, hiess es.

Breite Koalition für das Tram Region Bern: Regula Tschanz, Werner Luginbühl, Hans-Rudolf Saxer, Annemarie Berlinger und Urs Rüedi (von links).

Breite Koalition für das Tram Region Bern: Regula Tschanz, Werner Luginbühl, Hans-Rudolf Saxer, Annemarie Berlinger und Urs Rüedi (von links).

(Bild: Urs Baumann)

Christoph Hämmann

Tramskeptische Velofahrer hergehört: Die höchste Velofahrerin im Kanton, Regula Tschanz, sieht im Tram «einen zuverlässigen Partner, dessen Schienen immer am gleichen Ort verlaufen». Autos oder ausschwenkende Gelenkbusse seien für Velofahrer viel unberechenbarer. Sie spreche als Vertreterin der Grünen und nicht als Präsidentin von Pro Velo Kanton Bern, ergänzte Tschanz beim Kampagnenauftakt des Unterstützungskomitees für das Tram Region Bern.

Ihre Präzisierung zeigt, dass die Front der Trambefürworter nicht ganz so geschlossen ist, wie sie sich am Mittwoch präsentierte. Der stadtbernische Ableger von Pro Velo etwa wehrt sich mit Einsprachen gegen das Projekt und verlangt zahlreiche Verbesserungen.

Auch die Bürgerlichen sind nicht alle für das Tram. In den lokalen Komitees in Ostermundigen, Bern und Köniz sind sie denn auch eher untervertreten. Die FDP Köniz habe sich noch nicht positioniert, hiess es zur Begründung.

«Der Gewinn»

Natürlich gebe es «subjektive Betroffenheiten», sagte Hans-Rudolf Saxer (FDP), langjähriger Gemeindepräsident in Muri und Präsident des Unterstützungskomitees. In erster Linie handle es sich aber um «ein gemeinsames Projekt aller grossen Parteien sowie der Wirtschafts- und Verkehrsverbände». Tatsächlich besteht kein Zweifel: Wenn es um die Breite und die Prominenz der Unterstützungskomitees ginge, würde das Tramprojekt Ende September bei den Abstimmungen in den Standortgemeinden die nächste Hürde locker nehmen.

«Vom neuen Tram profitieren alle», so Saxer: sämtliche Verkehrsteilnehmer, die drei Gemeinden, Region und Kanton, Wirtschaft und Steuerzahler, Anwohner sowie Fahrgäste auf der Linie 10, wo der Bus für die Zukunft keine Alternative biete. «Der Gewinn» lautet denn auch der Titel der Kampagne.

«Gesamtkantonales Interesse»

Ständerat Werner Luginbühl (BDP) sieht in der Investition von über 500 Millionen Franken «ein Impulsprogramm für die regionale Wirtschaft», weshalb das Projekt «klar im gesamtkantonalen Interesse» liege.

Wie wichtig ein Tram für Köniz und Ostermundigen wäre, versuchten zwei Mitglieder der Ortsparlamente aufzuzeigen. Das urbane Köniz würde gestärkt, das ländliche Köniz entlastet, glaubt Annemarie Berlinger (SP). Auch Ostermundigen zöge laut Urs Rüedi (SVP) aus dem Projekt konkreten Nutzen weit über das neue Tram hinaus, etwa die Aufwertung der Bernstrasse und die Erneuerung des Bahnhofs.

Berner Zeitung

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