Tour de Suisse: «Es geht auch weniger aufwendig»

Bern

Im Juni steht Bern während zweier Tage im Zeichen der Tour de Suisse. Nach dem mit vielen Verkehrssperrungen verbundenen Anlass vor zwei Jahren – und dem Megaevent Tour de France im letzten Jahr – findet nun eine «abgespeckte Variante» statt.

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Christoph Hämmann

Der Münsterplatz gesperrt, dominiert von Polizei und Militär: Diese Szenerie war am Montag dem Staatsbesuch aus Liechtenstein geschuldet und hatte nichts damit zu tun, dass am gleichen Ort über die Tour-de-Suisse-Etappen mit Bern-Bezug informiert wurde. Dennoch hätte es sich angeboten, das Aufeinandertreffen als Symbol für den erneuten Ausnahmezustand zu geisseln, den die Stadt Bern am 12. und 13. Juni zu erwarten hat.

Dann wird Bern im Zeichen der Tour de Suisse stehen. Doch die Organisatoren gaben Entwarnung: Nach der logistischen Grossübung 2015 – am einen Tag mehrere Runden durch Bern und Köniz, am anderen ein mehrstündiges Zeitfahren – findet dieses Jahr laut Tour-Generaldirektor Olivier Senn «eine abgespeckte Variante» statt: «Wir zeigen, dass es viel weniger aufwendig geht.»

Tramgleisfrei

Dennoch geht es natürlich auch dieses Jahr nicht ohne Einschränkungen des Verkehrs. Entlang der Strecke ist mit Sperrungen von rund 30 Minuten zu ­rechnen, komplizierter wirds vor ­allem in Bern und Ostermundigen. Er appelliere «ans Verständnis und den Goodwill» der Bevölkerung, sagte der Berner Gemeinderat Reto Nause (CVP). Und er betonte, dass die Tourismus­region gleich doppelt von der Tour profitiere: Einerseits erreiche diese mehr als 30 Millionen TV-Zuschauerinnen und -Zuschauer, andererseits würden sowohl Tour-Tross als auch Radsportfans in Bern und Umgebung übernachten. Die Stadt beteiligt sich dieses Jahr mit 70 000 Franken an der Tour und erlässt den Organisatoren die Gebühren.

«Wir werden die kurzen Sperrungen gut meistern», sagte ­Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos). Er freue sich, dass Ostermundigen bei dieser Tour «im Windschatten der Stadt Bern mitfahren» dürfe, und habe bisher positive Signale aus der Gemeinde erhalten.

Nach dem Start in Menziken und einer Fahrt durchs Entlebuch werden die Fahrer am 12. Juni via Emmental und Krauchthal in die Agglomeration Bern fahren (siehe Karte). Nach dem Gümligental gehts via Ostermundigen, Schosshalde und Muristalden in die Berner Altstadt, via Bundesplatz ins Marzili und via Matte und Aargauerstalden zum Ziel auf der Papiermühle­strasse. Dort endet das Rennen vor dem Guisanplatz, sodass im Unterschied zur Tour de France keine Tramgleise betroffen sind.

Am nächsten Tag fährt der Tross zunächst gemächlich vom Münsterplatz durch die Altstadt, dann via Schützenmatte und Neufeld über die Halenbrücke nach Wohlen. Etappenziel ist Villars-sur-Ollon im Kanton Waadt.

Wie die Partnerschaft von Tour und Stadt Bern weitergeht, ist offen. Man werde nach dem Rennen zusammensitzen, so die Verantwortlichen.

So sah es in und um Bern aus vor zwei Jahren, als die Tour de Suisse ebenfalls in der Bundeshauptstadt Halt machte:

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Berner Zeitung

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