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«Toll wäre ein guter Investor für das Schlossareal»

Auf den Lorbeeren ausruhen will sich die Könizer Planungsdirektorin Katrin Sedlmayer (SP) trotz Wakkerpreis nicht. Das Tram Region Bern sieht sie als grösste Herausforderung.

Das Gemeindehaus Köniz mit der entworfenen Erweiterung.
Das Gemeindehaus Köniz mit der entworfenen Erweiterung.
Keystone
Das Schulhaus Steinhölzli.
Das Schulhaus Steinhölzli.
Keystone
2010: Sanierung des Schulhaus Steinhölzli.
2010: Sanierung des Schulhaus Steinhölzli.
Andreas Blatter
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Frau Sedlmayer, Köniz erhält den Wakkerpreis 2012. Was bringt der Preis der Gemeinde?

Katrin Sedlmayer: Vorerst ein grosses Medienecho, was uns natürlich freut. Doch sind wir auch gefordert: So werden wir für Interessierte Rundgänge durch die Gemeinde anbieten. Der Preis ist zudem ein Zeichen an die Bevölkerung: Wer in Köniz lebt, lebt in einer innovativen Gemeinde. Anlässlich der Preisübergabe im Juni gibt es ein grosses Volksfest.

Ein Preis verpflichtet. Lassen sich die städtischen und ländlichen Gegensätze, für die Köniz gelobt wird, auf Dauer erhalten?

Das ist eine Herausforderung, aber wir setzen die Latte hoch. Wir wollen die Grünräume und die Kulturlandschaft erhalten. Das wird in die neue Ortsplanungsrevision einfliessen. Für die nächsten 15 bis 20 Jahre ist die Strategie also definiert. Wie es später aussieht, ist offen.

Aus der Stadt Bern ist der Siedlungsdruck auf Köniz gross. Wie lange lässt sich das vom Parlament verhängte Bauzonenmoratorium aufrechterhalten?

Wir haben in Wabern, Köniz und im Liebefeld noch viele Entwicklungsmöglichkeiten. Auch Private nutzen ihre Grundstücke besser aus. Eine solche Verdichtung in den städtischen Siedlungen ist sinnvoll und noch länger möglich. Wir stehen erst am Anfang eines sich verstärkenden Trends.

Druck kann auch von Landbesitzern kommen. Mächtig in der Region ist die Burgergemeinde. Ihr gehört in Köniz das attraktive Blinzernplateau.

Sobald es um grössere Einzonungen geht, müssen wir vors Volk. Die Burgergemeinde hat noch viele andere Möglichkeiten, da sehe ich kein Problem. Klar gibt es auch Private, die einzonen möchten. Doch wegen des Moratoriums geht das nicht – das wird noch Jahre so bleiben, denn eine Ortsplanungsrevision ist verbindlich.

Köniz gilt alsgrösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Wo sehen Sie die zentrale Herausforderung für die Entwicklung?

Das ist sicher der Bau der Tramlinie und generell die bessere Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wollen wir nach innen verdichten und dort mehr Arbeitsplätze ansiedeln, müssen diese Gebiete besser erschlossen sein. Das knappe Resultat zum Tramkredit im Könizer Parlament von November zeigt: Dieses Bewusstsein ist noch nicht bei allen angekommen. Mit einer verstärkten Kommunikation versuchen wir, die Akzeptanz für das Tram zu verbessern.

Vielfach wird der hässliche Agglobrei im Mittelland beklagt. Was sind für Sie besonders abschreckende Beispiele?

Rund um Bern gibt es ein paar Beispiele, aber ich mag keine Namen nennen. Jede Gemeinde hat gute Orte und solche mit Handlungsbedarf: Lange vergessene und verlassen wirkende Bahnareale oder ungenutzte Industriegebiete habe ich da im Kopf.

Welches ist für Sie der hässlichste Fleck der Gemeinde Köniz?

Hässlich ist ein etwas starkes Wort, doch Handlungsbedarf haben wir sicher an vielen Bahnstationen und im Wangental. Niederwangen sollte endlich ein schöneres Ortszentrum erhalten. Überhaupt ist die Siedlungsqualität im Wangental nicht allzu hoch. Daran wollen wir arbeiten.

Was müsste Köniz unbedingt haben, damit es noch attraktiver würde?

Toll wäre, wenn wir einen guten Investor für unser Schloss fänden, damit das Areal für die Bevölkerung zu einem Highlight wird. Das Schloss ist seit Jahrhunderten das Herz unserer Gemeinde.

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