Tötungsdelikt Laupen: Belohnung ausgesetzt

Laupen

Das Tötungsdelikt an einem älteren Ehepaar in Laupen ist noch immer ungeklärt: Jetzt setzen die Behörden für Hinweise eine Belohnung von 20'000 Franken aus.

Im alten Käsereigebäude in Laupen wurde am 18. Dezember ein älteres Ehepaar tot aufgefunden. Nun wurde eine Belohnung ausgeschrieben.

Im alten Käsereigebäude in Laupen wurde am 18. Dezember ein älteres Ehepaar tot aufgefunden. Nun wurde eine Belohnung ausgeschrieben.

(Bild: Christian Pfander)

Lucia Probst

Der Durchbruch ist bis jetzt nicht gelungen. «Nun wollen wir den Fall nochmals ins öffentliche Bewusstsein rufen», sagt Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Berner Staatsanwaltschaft. Deshalb setzen die Strafverfolgungsbehörden 20'000 Franken Belohnung aus. Sie hoffen, so entscheidende Hinweise zu erhalten, um das Tötungsdelikt an einem Ehepaar klären zu können, das sich im Dezember in Laupen ereignet hat.

Der 74-jährige Bewohner der alten Käserei und seine zehn Jahre jüngere Frau waren am 18. Dezember leblos aufgefunden worden. Sie waren damals gemäss Ermittlungen bereits mehrere Tage tot. Rechtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass sie Verletzungen von scharfer wie auch massiver stumpfer Gewalteinwirkung erlitten hatten.

Später fand die Polizei das Auto des Paars in Bern. Mitte Januar nahm sie in Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt einen Mann fest, liess ihn Anfang Februar aber wieder frei. Damals suchte die Polizei insbesondere auch Hinweise zu einem grau-braunen Halbschuh der Marke Memphis One, dessen Spuren sie am Tatort gefunden hatte. Man sei immer noch intensiv mit Fahndungsteams und Spezialisten am Ermitteln, sagt Polizeisprecher Christoph Gnägi. Aus taktischen Gründen könne er aber zum Stand der Ermittlungen wenig preisgeben. Zeitintensiv sind laut Gnägi insbesondere die Auswertungen von diversen Funkzellen, um an Handydaten zu gelangen. Keineswegs sei diese Belohnung eine «ultima ratio» – also quasi die letzte Hoffnung, um das Verbrechen klären zu können, betont Gnägi. Allenfalls könnten sich auch aus den laufenden Ermittlungen neue Ansätze ergeben.

Im Aargau 100'000 Franken

Mit Belohnungen zu arbeiten, ist nicht alltäglich. «Sie werden nur in sehr schwerwiegenden Fällen eingesetzt», sagt Christof Scheurer. So sei dies im Kanton Bern in den letzten Jahren etwa auch beim Spiezer Doppelmord an einem Heimleiter und dessen Partnerin der Fall gewesen. Auch dort betrug die Summe 20'000 Franken.

Bezahlt werden Belohnungen aus Steuergeld. Der Kanton Aargau setzte im Februar für Hinweise zum Vierfachmord in Rupperswil, der sich am 21. Dezember ereignet hatte, gar eine Belohnung von 100'000 Franken aus. «Den Erfolg solcher Belohnungen zu messen, ist schwierig», sagt Christof Scheurer. «Aber manchmal hilft ein kleines Puzzleteil, um einen Fall zu klären.» Natürlich hoffe man, diesen entscheidenden Hinweis für den Fall von Laupen zu erhalten.

Berner Zeitung

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