Tödlicher Streit vor «Dead End»: Somalier in Genf verhaftet

Bern

Der Verdacht scheint sich zu erhärten. Beim Verhafteten im Fall der Tötung beim Henkerbrünnli in Bern handelt es sich um einen Somalier. Er flüchtete bis nach Genf.

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Der Tatverdächtige kam bis nach Genf, danach war die Flucht zu Ende. Bereits am Donnerstagabend bestätige die Kapo gegenüber dieser Zeitung eine erste Festnahme. Gefahndet wurde nach dem Mann, der am Sonntag früh beim Henkerbrünnli in Bern einen 32-Jährigen tödlich mit einem scharfen Gegenstand verletzt haben soll (wir berichteten).

Gestern nun gab die Kapo weitere Details über die Verhaftung und den Verhafteten bekannt. Damit scheint sich Mario Stegmanns Verdacht zu bestätigen. Er ist der Chef der Notschlafstelle Sleeper und Arbeitskollege des Opfers. Beim dringend Tatverdächtigen handelt es sich um einen 33-jährigen Somalier. Er wurde in Genf festgenommen, die Ermittlungen seien umfangreich gewesen, so die Behörden. Namentlich die Kapo Genf war an der Verhaftung beteiligt. Der Mann wurde auf Schweizer Boden angehalten. Ob er das Land verlassen wollte, ist Gegenstand der Ermittlungen und will die Polizei auf Anfrage nicht sagen.

Der Somalier habe einen gültigen Aufenthaltsstatus, er habe sich nicht illegal in der Schweiz befunden, so die Kapo weiter. Er wurde mittlerweile in den Kanton Bern überführt und befindet sich seither in Haft. Weitere Ermittlungen, insbesondere auch zum genauen Tathergang und zur Tatwaffe sind im Gang.

Gemeinsame Vorgeschichte

Mitarbeiter des Nachtclubs Dead End, als dessen Türsteher das Opfer arbeitete, haben laut Mario Stegmann den Angriff beobachten können. Der mutmassliche Täter sei an dem Abend an der Tür des Nachtclubs einmal mehr abgeblitzt. Kurz darauf begegneten sich die beiden Männer, aus unterschiedlichen Richtungen kommend, an der Henker­brünnli-Kreuzung unweit des Nachtclubs. Offenbar hatten sie eine gemeinsame Vorgeschichte, der Täter sei als «notorischer Störenfried» bekannt gewesen, der in der Vergangenheit mehrmals für Ärger gesorgt hatte. Der Türsteher, der an diesem Abend nicht im Dienst war, habe den Mann zur Rede gestellt, es kam zum Streit und Handgemenge. Das Opfer sei plötzlich getaumelt und blutüberströmt liegen geblieben. Der andere sei geflüchtet.

Beim Opfer handelt es sich um einen 32-jährigen Schweizer aus dem Aaretal. Im Nachtclub Dead End sollen vorläufig keine unbekannten dunkelhäutigen Personen mehr hereingelassen werden, wie Mario Stegmann am Donnerstag erklärte. Dieses Wochenende wird der Club voraussichtlich geöffnet sein.

Berner Zeitung

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