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Tierfamilien ticken anders als Menschen es erwarten

Punkto «Jööö»-Faktor steht Alpaka Domingo an einer der ersten Stellen im Tierpark Dählhölzli. Am 18. Juli geboren, trottet das weisse Tier hinter seiner Mutter Donna her. Sein Vater geniesst derweil eine Dusche: Die Sprinkleranlage kühlt in der Hitze angenehm. Wie bei den übrigen Paarhufern ist der Vater bei dieser kamelartigen Tierart kaum an der Aufzucht beteiligt.
Die Ziesel sind etwa rattengrosse Nagetiere und mit den Murmeltieren verwandt. Im Dählhölzli huschen sie durch ihr eigenes Freiluftgehege. Tierpark-Kurator Marc Rosset schätzt, dass im Mai etwa 10 bis 15 Junge zur Welt gekommen sind.  Im Gegensatz zu den Murmeltieren sind diese Steppenbewohner aber weniger sozial veranlagt. «Sie sind Individualisten», erklärt Rosset. Sobald die Jungen geschlechtsreif sind, graben sie ihren eigenen Gang ins Erdreich. Diesen verteidigen sie gegen ihre Artgenossen. «Sie überwintern  sogar alleine in ihrem Bau», sagt Rosset. Dass Ziesel so nahe beieinander leben, ist eine pure Zweckgemeinschaft: Sie warnen sich gegenseitig vor Angreifern wie etwa Raubvögeln.
Im Mai sind die drei Wolfwelpen im Dählhölzli blind und taub zur Welt gekommen. Mittlerweile tapsen sie  schon ohne ihre Mutter durch das Gehege.  Anders als andere Tier-Gruppen funktionieren die Wölfe tatsächlich als eine Art Familie.  Die Rudel sind aber sehr hierarchisch aufgebaut: Vater und Mutter sind die Alphatiere und sorgen gemeinsam für ihren Nachwuchs. Sie sind die einzigen, die sich fortpflanzen, wobei der Wolfsvater seine Töchter nicht begattet. «Bei Wölfen und gewissen Affenarten gibt es diese Inzucht-Barriere», erklärt Rosset. Bei Huftieren etwa gibt es diese Schwelle nicht (siehe auch Text zu den Wisenten). Die Aufgaben von Vater und Mutter sind zumindest am Anfang klar aufgeteilt: Die Mutter säugt die Welpen, der Vater geht auf Nahrungssuche. Die gefundene Nahrung erbricht er später, so dass die Welpen sich davon ernähren können. Sobald die Tiere nicht mehr gesäugt werden, ist dieses Erbrochene für einige Zeit ihre Hauptnahrungsquelle. Gleichzeitig lernen sie, die von den Eltern oder den anderen Rudelmitgliedern herbei geschaffte Nahrung zu fressen. Im Dählhölzli besteht das Rudel zurzeit aus Vater, Mutter und den drei Welpen. Sind die Kleinen erwachsen, bleiben sie in freier Wildbahn in der Regel beim Rudel. Junge Männchen sorgen nur dann für Unruhe, wenn sie den Vater an der Spitze des Rudels bedrängen. Ein Wolfsrudel umfasst im Norden Europas 10 bis 20, in der Schweiz und in Italien lediglich  4 bis 10 Tiere. Im hohen Norden sind grössere Rudel notwendig, um grosse Tiere wie etwa einen Elch oder einen Hirsch zu erlegen.
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