Teuscher und Nause zittern

Bern

Gemäss einer Umfrage liegt für das mit drei Sitzen regierende Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) an den Wahlen in der Stadt Bern ein vierter Gemeinderatssitz drin.

Gemäss der Umfrage ist Franziska Teuscher (GB) bei RGM nur auf Platz 4. Sollte sie gewählt werden, könnte Reto Nause (CVP) in die Röhre schauen.

(Bild: Beat Mathys)

Ob man die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2012 oder jene der Nationalratswahlen 2015 beizieht: Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis (RGM) hat in den städtischen Wahlen Ende Monat gute Chancen, seine Mehrheit auf vier von fünf Sitzen auszubauen. Hauptgrund sind die zersplitterten Bürgerlichen: Weil sich FDP und SVP nicht mehr auf eine gemeinsame Liste einigen konnten, drohen sie beide leer auszugehen.

Nach der Analyse der «Berner Zeitung» am Samstag kam am Montag der «Bund» zu einem ähnlichen Ergebnis. Gemäss einer Umfrage der Zürcher Forschungsstelle Sotomo fällt RGM zwar gegenüber 2012 von 59 auf 55,8 Prozent der Stimmen zurück.

Weil die Umfrage für die Mitteliste aber gar einen Rückgang von 4 Prozentpunkten voraussagt, reicht es RGM für vier Sitze. Eher überraschend ginge dieser aber zulasten von CVP-Gemeinderat Reto Nause – FDP-Finanzdirektor Alexandre Schmidt würde seinen Sitz behalten.

Ein anderes Ergebnis der Umfrage: Auf der RGM-Liste sind nicht die beiden Bisherigen Ursula Wyss (SP) und Franziska Teuscher (GB) vorne weg, während sich Michael Aebersold (SP) und Alec von Graffenried (GFL) um den sicheren dritten Sitz duellieren. Nein: In der Umfrage erhielt von Graffenried am meisten Stimmen, dahinter Wyss und Aeber­sold – bleibt es bei drei RGM-Sitzen, wäre Teuscher in diesem Szenario abgewählt. Auch das Rennen ums Stadtpräsidium ginge an von Graffenried.

Allerdings sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Listen und Personen teilweise extrem knapp und mit entsprechender Vorsicht zu geniessen. Bereits sehr geringe Verschiebungen könnten laut den Meinungsforschern zur Folge haben, dass es bei drei RGM-Sitzen bleibt oder dass das Rennen zwischen Nause, Schmidt sowie den Vertretern der SVP-Liste anders ausginge.

Hinzu kommt, dass Demoskopen seit den Wahlen in den USA gerade ein bisschen Glaubwürdigkeit eingebüsst haben.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt