Tennisclubs finden Lösung für Winterproblem

Worblaufen

Die herkömmlichen Tennishallen erhalten Konkurrenz: Auf der Tennisanlage Worblaufen wird im ­kommenden Oktober eine Traglufthalle errichtet. Sie ist jeweils in den Wintermonaten in Betrieb.

Die Tennisplätze in Worblaufen werden überdacht. Der Verein von Präsident Thomas Amiet hat dafür 500 000 Franken aufgetrieben.

Die Tennisplätze in Worblaufen werden überdacht. Der Verein von Präsident Thomas Amiet hat dafür 500 000 Franken aufgetrieben.

(Bild: Beat Mathys)

Markus Zahno

Es ist heiss auf der Anlage des Tennisclubs Ittigen in Worblaufen. Auf dem vordersten Platz beim Klubhaus spielen vier Senioren Doppel. Auf den hinteren Plätzen trainieren Junioren. «Das Tennis hat sich entwickelt», sagt Thomas Amiet, der das Geschehen vom Klubhaus aus beobachtet. Die Juniorenabteilungen seien grösser geworden, entsprechend bräuchten die Vereine mehr Trainingsmöglichkeiten – im Sommer ebenso wie im Winter. Der Tennisclub Bolligen zum Beispiel, den Amiet präsidiert, mietet in der Wintersaison pro Woche fast 30 Stunden Hallenplätze. Und das kostet.

Um auch im Winter günstige Trainingsmöglichkeiten zu haben und bei den Trainingszeiten flexibler zu sein, spannen die ­beiden Tennisclubs Bolligen und Ittigen nun zusammen. Sie wollen auf der Anlage in Worblaufen eine Traglufthalle bauen. Die 11 Meter hohe, beheizbare Halle wird zwei Aussenplätze überdecken. Sie besteht aus einer elastischen Hülle, in welche ein Gebläse permanent Luft pumpt. Das System ist erprobt: Auch im ­Berner Neufeld und in Kehrsatz wird im Winter in Traglufthallen Tennis gespielt.

150 Junioren

Die neue Traglufthalle in Worblaufen kostet rund 500 000 Franken. Sie wird jedes Jahr im Oktober auf- und im März wieder abgebaut. Für den Betrieb verantwortlich ist der Verein Bantiger Hallentennis, den die Tennisclubs Ittigen und Bolligen zusammen mit dem Hallentennisclub Bern – dem Betreiber der Traglufthalle Neufeld – gegründet haben. «Das Interesse am neuen Verein ist erfreulich», sagt Präsident Thomas Amiet. Der Verein verkaufte Anteilscheine, konnte damit rund drei Viertel der Investitionskosten decken. Das letzte Viertel steuert eine Bank bei.

Die Traglufthalle ist einerseits für die 150 Junioren der Tennisclubs Ittigen und Bolligen gedacht. Sie sorgen für die Grundauslastung. Andererseits soll das neue Angebot laut Amiet aber auch die erwachsenen Tennisspielerinnen und -spieler ansprechen. Doch gibt es für diese nicht bereits genügend Hallen?

In Worblaufen zum Beispiel steht direkt neben der Anlage des Tennisclubs Ittigen das Sportcenter Tivoli mit fünf Indoor-Tennisplätzen. «Ja», bestätigt Amiet, «wir haben in der Region mehrere Tennishallen.» Doch bei diesen sei der Andrang abends, in der Primetime, hoch. Zudem hätten die Hallenplätze meist Teppich- oder Granulatbeläge. «Manche Leute spielen aber lieber auf Sandplätzen» – auf Plätzen, wie sie die Traglufthalle bieten wird.

Eröffnung Mitte Oktober

Ausserhalb der Primetime sind aber auch die bestehenden Tennishallen nicht voll ausgelastet. Dort ist die Konkurrenz also hart. Trotzdem geht Thomas Amiet davon aus, «dass wir aneinander vorbeikommen werden». Ungefähr 40 Prozent der Kapazitäten in der Traglufthalle seien im Moment vorreserviert. «Das stimmt uns zuversichtlich.»

Die Baubewilligung für die Halle in Worblaufen ist kürzlich eingetroffen. Die Hülle ist bestellt, die benötigten Fundamente werden während der Sommerferien betoniert. Und Mitte Oktober soll die neue Traglufthalle zum ersten Mal in Betrieb genommen werden.

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