«Tanz dich frei»: Polizei und Retter raten ab

Die Blaulichtorganisationen der Stadt Bern warnen vor der Teilnahme an der Kundgebung «Tanz dich frei» vom kommenden Samstagabend in Bern.

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Der Chef der Regionalpolizei Bern, Manuel Willi, sagte am Donnerstag auf Anfrage, einerseits stelle schon allein die Masse der Teilnehmenden ein Risiko dar. An der letzten Ausgabe der Kundgebung im vergangenen Jahr nahmen mindestens 10'000 Personen teil.

Anderseits bestehe auch die Gefahr, dass es zu gefährlichen Situationen kommen könne, wenn die Blaulichtorganisationen irgendwo intervenieren müssten, so Willi weiter. Willi ergänzte damit eine Mitteilung der Kantonspolizei vom gleichen Tag.

Die Blaulichtorganisationen sind laut dieser Mitteilung zum Schluss gekommen, dass die Berner Altstadt am Samstagabend für Einsatzfahrzeuge «praktisch zweigeteilt» ist. Dies aufgrund der Umzugsroute. Darauf wollen sie reagieren, indem sie sowohl im Norden als auch im Süden der Altstadt temporäre Stützpunkte von Sanität, Feuerwehr und Polizei einrichten.

Der südliche Stützpunkt befindet sich vor dem Bundeshaus. Ausserdem werde hier ein Zaun aufgestellt, um Notöffnungen zu gewährleisten und auch Sachbeschädigungen am Bundeshaus vorzubeugen.

Der nördliche Stützpunkt befindet sich beim Waisenhausplatz. Zudem müssem die Kochergasse, Schüttestrasse, Bundesgasse und Gurtengasse laut Polizei unbedingt frei gehalten werden, um bei einem Notfall schnell handeln zu können.

Ein Problem sei auch, dass die Organisatoren keinen Kontakt zu den Behörden hätten und dadurch die Sicherheitsmassnahmen nicht koordiniert werden könnten, sagte Willi weiter. Für ihre Vorbereitungen haben die Blaulichtorganisationen die Dienste einer auf die Analyse von Grossanlässen spezialisierten Firma in Anspruch genommen.

Weniger dramatisch sehen das die anonymen Veranstalter der Tanzdemonstration für Freiräume: Auf Facebook fordern sie Interessierte auf, sich «von der Medienhetze nicht zu sehr einschüchtern» zu lassen. «Tanz dich frei» werde aber nur funktionieren, wenn die Teilnehmer für sich und andere Verantwortung übernähmen.

Autofahrer sollten die Stadt meiden

Automobilisten müssen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der ganzen Innenstadt rechnen und ihnen wird empfohlen die Stadt an diesem Abend zu meiden. Bernmobil rechnet damit, dass der Raum Bern Bahnhof, Bubenbergplatz, Hirschengraben, Bollwerk, Bundesplatz Kocherpark und Zytglogge über längere Zeit nicht befahren werden kann. Es sollte deutlich mehr Zeit einberechnet werden. Auch betroffen dürften die Moonlinerkurse sein.

Weiter werden die Treppen bei der Fussgängerüberführung am Bären- und Waisenhausplatz entfernt. Ab Freitag um 15 Uhr kann die Überführung nicht mehr benutzt werden. Gleich daneben wird aber ein provisorischer Übergang erstellt, der ab Samstagvormittag um 8 Uhr offen ist. Dieser Übergang werde am Sonntag wieder entfernt und die Überführung installiert werden.

Gemäss der anonymen Organisatoren von «Tanz dich frei» wird der Tanzumzug mit einem «Warm up» auf dem Bahnhofsplatz beginnen und dann via Bubenbergplatz, Laupenstrasse, Effingerstrasse und via Bundesplatz bis zum Theaterplatz führen. Es werden bis zu 20'000 Teilnehmern erwartet.

ame/sda

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