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«Tanz dich frei»: Krawallmacher am Internetpranger

Ab Montag werden Fotos der mutmasslichen Straftäter des «Tanz dich frei» publik gemacht. Die Kantonspolizei Bern geht damit einen Schritt weiter, um die Randalierer ausfindig zu machen.

Am Samstag fand in Bern die dritte Ausgabe von «Tanz dich frei» statt.
Am Samstag fand in Bern die dritte Ausgabe von «Tanz dich frei» statt.
Claudia Salzmann
Was eine friedliche Tanzparade hätte sein sollen, endete im Chaos: Polizei und Teilnehmer des Tanzumzuges liefern sich bis in die späte Nacht hinein eine Schlacht. Im Bild ein Teilnehmer.
Was eine friedliche Tanzparade hätte sein sollen, endete im Chaos: Polizei und Teilnehmer des Tanzumzuges liefern sich bis in die späte Nacht hinein eine Schlacht. Im Bild ein Teilnehmer.
Claudia Salzmann
Um 20 Uhr soll der Umzug starten. Aber 13'000 Teilnehmer sind das noch nicht.
Um 20 Uhr soll der Umzug starten. Aber 13'000 Teilnehmer sind das noch nicht.
Claudia Salzmann
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Die Fahndungen nach den Randalieren vom «Tanz dich frei» dauern an. Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat nun eine gross angelegte Öffentlichkeitsfahndung verfügt. Nachdem bereits eine Homepage für die Ermittlungen eingerichtet wurde, geht es jetzt einen Schritt weiter: Kommende Woche werden auf der Website der Kantonspolizei Fotos von Personen, die unter Tatverdacht stehen, publiziert, wie die Kantonspolizei Bern am Dienstag mitteilte.

Ab nächsten Montag, 17. Juni, werden die Fotos der mutmasslichen Straftäter publiziert. Die Polizei beschäftigt sich weiterhin mit Zeugenmaterial wie Fotos und Videos. Laut Angaben konnten so bereits zahlreiche mutmassliche Straftäter bezeichnet werden.

Personen, die sich rund um den Anlass strafbar gemacht haben, haben die Möglichkeit, sich selbst bei der Kantonspolizei Bern zu melden und damit die Aufschaltung der sie betreffenden Fahndungsfotos zu verhindern: 031 634'41'11.

Den Entscheid, nun auch Fotos im Internet zu veröffentlichen, traf die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland. Gezeigt werden die Bilder auf der Internetseite der Kantonspolizei.

Sachschaden: Noch keine exakten Zahlen

Corinne Müller von der Kantonspolizei Bern sagte auf Anfrage, nach wie vor lasse sich der in der Nacht auf den 26. Mai in Bern angerichtete Sachschaden nicht exakt beziffern. Die Schätzungen lauteten weiterhin auf mehrere hunderttausend Franken. Allein am Baldachin auf dem Bahnhofsplatz entstand ein Schaden von 100'000 Franken.

Derzeit habe die Polizei etwa 60 Strafanzeigen zu Sachbeschädigungen erfasst. Die Erfassung der Strafanzeigen sei noch nicht abgeschlossen.

Wie viele Bilder von mutmasslichen Straftätern die Polizei respektive die Justiz kommende Woche veröffentlichen werde, sei noch unklar. Die Ermittlungen liefen ja diese Woche weiter. «Es handelt sich aber sicher um die grösste je im Kanton Bern durchgeführte Öffentlichkeitsfahndung».

Polizei und Justiz fahnden nach Personen, die sich des Landfriedensbruchs, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, der Sachbeschädigung, des Diebstahls oder Hausfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz schuldig gemacht haben sollen.

«Diese Straftaten stehen im Vordergrund der Ermittlungen», sagt Polizeisprecherin Müller. Die blosse Teilnahme an einer unbewilligten Kundgebung sei hingegen grundsätzlich nicht strafbar.

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