«Tanz dich frei»-Bilanz: 50 Verletzte

Bern

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Nacht in der Berner Innenstadt zieht die Polizei eine erste Bilanz. Es entstand hoher Sachschaden. Mindestens 30 Personen wurden verletzt, darunter sind 20 Polizisten.

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In der Nacht auf Sonntag kam es in Berns Innenstadt im Rahmen von «Tanz dich frei» zu massiven Ausschreitungen. Am Sonntagmorgen zieht die Kantonspolizei Bern eine erste Bilanz der Geschehnisse. Vermummte hatten Pyrotechnik gezündet und diverse Gebäude in der Innenstadt mit Sprayereien zu beschädigen.

Gegen 23.30 Uhr wurde die Sperre zum Bundeshaus durchbrochen. Wie die Kantonspolizei mitteilt, wurde daraufhin ein Helikopter aufgeboten, um eine bessere Übersicht zu gewinnen. Ein Grossteil der friedlichen Teilnehmenden befolgte die Anweisungen der Polizei und hielt sich an die vorgegebene Route.

Die Einsatzkräfte hielten sich zunächst im Hintergrund, um Eskalationen zu vermeiden, sie wurden allerdings mit Wurfgegenständen und Pyrotechnika angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt wurden Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfer erstmals eingesetzt. Die angreifenden Teilnehmer verteilten sich daraufhin auf kleinere Gruppen und verteilten sich über die ganze Stadt. An vielen Orten verursachten sie massiven Sachschaden. Um 0.30 Uhr rief die Polizei dazu auf, aufgrund der Ausschreitungen die Veranstaltung zu beenden und nach Hause zu gehen.

70 zerstörte Scheiben, über 50 Einsätze der Sanitätspolizei

Nicht alle Anwesenden leisteten dieser Aufforderung Folge und lieferten sich in den kommenden Stunden weitere Scharmützel mit der Polizei. Insgesamt 70 Scheiben und Vitrinen gingen zu Bruch, Waren in den Auslagen meherer Geschäfte wurden beschädigt. Die Polizei schätzt den Sachschaden bisher auf mehrere hunderttausend Franken. «Ich kann Ihnen versichern, wir werden alles daran setzen, dass die Verantwortlichen der massiven Sachschädigungen und die anonymen Organisatoren identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden», sagt Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern. Zudem zeigt er sich bestürzt über die hohe Gewaltbereitschaft mehrerer Teilnehmer.

Über 50 Einsätze leistete die Sanitätspolizei bis zum frühen Morgen. 30 Personen kamen ins Spital, viele wegen übermässigen Alkoholkonsums. Insgesamt 20 Angehörige der Polizei zählen zu den Verletzten. Auch Einsatzkräfte von Sanitätspolizei und Feuerwehr wurden angegriffen. Die Fahrzeuge erlitten Sachschäden.

Auch auf Bernmobil hatten Sachbeschädigungen und Plünderungen Auswirkung. Der öffentliche sowie auch der private Verkehr kamen bis zum Morgen fast vollständig zum Erliegen. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit den Ausschreitungen 61 Personen angehalten, davon sieben Frauen. Neun der Angehaltenen waren noch minderjährig.

Der Verlauf der Nacht ist hier noch einmal komplett nachzulesen.

dln

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