Bern

Tagebücher fürs Publikum

BernDas Kulturlokal Ono in der Berner Altstadt will zum zweiten Mal nach 2014 einen Diary-Slam durchführen. Gesucht werden jetzt Leute, die aus ihrem Tagebuch vorlesen.

Maud Koch, ehemalige Stepptanz-Weltmeisterin, gewann vor zwei Jahren den ersten Diary-Slam.

Maud Koch, ehemalige Stepptanz-Weltmeisterin, gewann vor zwei Jahren den ersten Diary-Slam. Bild: Beat Mathys

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Was 2005 in New York seine Geburtsstunde feierte, brachte Daniel Kölliker vor zwei Jahren auf die Bühne des Kulturlokals Ono: einen Diary-Slam. Dabei lesen Menschen vor Publikum aus ihren Tagebüchern vor. Im Gegensatz zum Poetry-Slam, wo Dichterinnen und Dichter aus ihren Werken vortragen, kommen beim Diary-Slam auch Menschen zu Wort, die beruflich mit Schreiben nicht viel zu tun haben. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird jeweils an beiden Anlässen mittels Publikumsapplaus eruiert.

Ernste und lustige Beiträge

«Die erste Durchführung vor zwei Jahren war ein Riesenerfolg», sagt Ono-Leiter Daniel Kölliker. «Geboten wurden ernste und lustige Beiträge, auch aus der Kindheit, von Leuten zwischen 20 und 65 Jahren.» Daniel Kölliker will wieder einen Diary-Slam-Abend organisieren. Er sucht deshalb Leute, die Tagebuch führen oder geführt haben und ihre Geheimnisse preisgeben wollen.

«Die Vortragsdauer beträgt etwa sieben bis zehn Minuten», sagt Kölliker. Natürlich können auch Tagebucheinträge gelesen werden, die Jahrzehnte zurückliegen. Das Kellerlokal an der Kramgasse wurde an Silvester 1953 eröffnet. Es ist das älteste Kleintheater der Stadt Bern.

340 Veranstaltungen pro Jahr

Aus dem «Kleintheater Kramgasse 6» wurde an Silvester 2003 das Ono. Mit der Übernahme durch den Kommunikationswissenschaftler und Filmemacher Daniel Kölliker wurde nicht nur der Name geändert, sondern auch das Programm wurde erweitert. Heute ist das Ono ein Mehrspartenhaus, wie es in der Stadt kein anderes gibt.

Jährlich werden hier 340 Veranstaltungen durchgeführt: Konzerte, Literatur, Theater, ab und zu ein Film – sowie Poetry- und Diary-Slams. Geboten wird auch ein Karaoke der speziellen Art: ein Powerpoint-Karaoke. Das Publikum kann dabei eine Folie zu einem bestimmten Thema kommentieren. «Das ist meistens wahnsinnig lustig, unglaublich, wie kreativ die Leute sein können», schwärmt Kölliker.

Im Ono sind auch schon Berühmtheiten aufgetreten, etwa Dieter Meier (Yello) oder der Ex-Genesis-Sänger Ray Wilson. Einer, den Daniel Kölliker in New York getroffen hatte, wäre auch ins Ono gekommen – wenn da nicht die horrende Forderung im Weg gestanden wäre: Der US-Rockmusiker Alice Cooper wollte für einen Auftritt 80 000 Franken Gage.

Wer am Diary-Slam teilnehmen und aus seinem Tagebuch lesen will, kann sich in den nächsten Tagen melden bei: info@onobern.ch. Eine Textprobe ist nicht nötig. Der Anlass ist noch nicht terminiert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.06.2016, 13:16 Uhr

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