Gantrisch

SVP-Stadtrat übernimmt die Gantrischhütte

GantrischDer Berner SVP-Stadtrat Roland Iseli will im nächsten Sommer die untere Gantrischhütte betreiben. Er übernimmt die Hütte im Baurecht von der Armasuisse und will auch dort wohnen.

Wird wieder Wirt: Roland Iseli.

Wird wieder Wirt: Roland Iseli. Bild: Raphael Moser

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Nachdem sich der Wirt und Berner SVP-Stadtrat Roland Iseli im Juni erfolglos darum bemüht hatte, das Gurnigel-Berghaus zu erwerben, wird er nun doch ein Restaurant im Naturpark betreiben: Wie der «Bund» am Donnerstag berichtete, wird er die untere Gantrischhütte von der Armasuisse im Baurecht übernehmen. Die Liegenschaft befindet sich direkt an der Passstrasse auf dem Gemeindegebiet von Rüschegg.

Im Sommer 2019 will der 52-Jährige das Restaurant neu eröffnen. Am 1. November wird SVP-Mann Iseli zum letzten Mal im Berner Stadtrat sitzen, dann wird er Wohnsitz in seinem Elternhaus in Kehrsatz nehmen. «Mittelfristig will ich aber auch eine Wohnung in der unteren Gantrischhütte, damit ich nicht immer pendeln muss», sagt Iseli. Er ist auch Eigentümer des Berner Quartierrestaurants Fischermätteli. «Da habe ich aber einen Pächter.»

Riesige Schlafräume

Da die untere Gantrischhütte ursprünglich eine Militärunterkunft war, verfügt sie über eine gut eingerichtete Küche und mehrere, riesige Schlafräume mit Massenlagern. Die Räume möchte Roland Iseli zu Mehrbettzimmern für Familien umbauen. Im Restaurant will der gelernte Koch selber wirten und gerne auch manchmal selber am Grill oder an der Röstipfanne stehen.

Denn wie er betont, hat er ein Flair für das Einfache, Rustikale und Volkstümliche. «Deshalb zieht es mich auch in die Berge, und deshalb will ich auch weiterhin die traditionellen Töfftreffen durchführen», sagt er und erwähnt, dass er selber eine 1000- Kubik-Maschine fahre. «Eine Triumph.»

Bedienung und Selfservice

Nebst dem Betreuen der Gäste will Wirt Iseli die Geschäftsleitung übernehmen, die allgemeine Planung, den Einkauf und die Gestaltung der Speisekarte, die einfach und ebenfalls rustikal sein soll. Die Gäste sollen zwischen Bedienung und Selfservice wählen können, so wie zuvor bei Silvia Ammann, die 33 Jahre lang in der unteren Gantrischhütte gewirtet hat, bis die Armasuisse letztes Jahr den Pachtvertrag mit ihr nicht mehr erneuerte. Mit der ehemaligen Wirtin hat Iseli bereits Kontakt aufgenommen: «Ich habe sie gefragt, ob sie eventuell als Aushilfe bei mir arbeiten möchte, da der Betrieb sehr wetterabhängig ist.»

Deshalb seien Festanstellungen schwierig. Er könne aber schliesslich nicht alles selber machen. «Die Gästebetreuung hat bei mir Vorrang. Der Wirt muss präsent sein», sagt Roland Iseli.

Silvia Ammann musste vor einem Jahr gehen, weil die Armasuisse den Pachtvertrag nicht mehr erneuern und die Hütte verkaufen wollte. Dessen ungeachtet führt Ammanns Bruder im separaten, räumlich völlig abgetrennten Sockelgeschoss weiterhin einen Alpbetrieb.

Umfassende Sanierung nötig

Das Gurnigel-Berghaus, ebenfalls eine Truppenunterkunft mit Restaurant, ist an die Naturparkfirma Gantrischplus AG gegangen. Als Investor tritt der Berner Hans-Ulrich Müller auf. Iseli hatte das Nachsehen, was er im Nachhinein gar nicht so schlecht findet. Er ist überzeugt, dass die Sanierung der unteren Gantrischhütte einfacher und deshalb auch kostengünstiger sei. Zudem sei die Lage des Hauses in nächster Nähe des beliebten Gantrischseeli sehr gut.

Über den Baurechtszins und den Kaufpreis will sich der Wirt nicht äussern. Er sagt nur so viel: «Die Umbaukosten werden voraussichtlich höher liegen als der Kaufpreis.»

Naturpark handelt

Die untere Gantrischhütte ist bereits der vierte Gastro- und Unterkunftsbetrieb im Naturpark, der verkauft und mit einer neuen Leitung weiter betrieben wird. Bei den drei ersten Fällen war stets der Naturpark Gantrisch und dessen Firma Gantrischplus AG treibende Kraft. Letztere vermittelte im letzten Jahr Investoren für das Gurnigel-Berghaus, das Hotel Ottenleuebad und das Bergheim des Stadtturnvereins Bern. Gemäss Gantrischplus-Präsident Ruedi Flückiger kommt der Naturpark mit diesen Übernahmen seinem Ziel näher, vermehrt gegen aussen präsent zu sein.

Nach wie vor unklar ist, was mit dem ehemaligen Wellnesshotel Schwefelbergbad passiert. Dieses hat der Thuner Bauunternehmer Peter Ammann vor sechs Jahren gekauft. Seither steht es leer. Über seine Pläne mit dem Hotel hat sich Ammann nie geäussert. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.10.2018, 19:21 Uhr

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