Zum Hauptinhalt springen

SVP will Schläger ausschaffen

Die Untersuchungen nach der Schlägerei vom Samstag im «Mokka» sind umfangreich. Derweil fordert die SVP konkrete Massnahmen.

Noch immer konnte der Mann, welcher am frühen Samstagmorgen im «Mokka» aufs Schwerste verprügelt wurde, nicht befragt werden (vgl. Ausgaben vom Montag und Dienstag). Das sagte Polizeisprecherin Ursula Stauffer gestern gegenüber dieser Zeitung. Mit konkreten Untersuchungsergebnissen sei allerdings erst in den nächsten Tagen oder Wochen zu rechnen. «Wir können erst informieren, wenn wir ein umfassendes Bild der Ereignisse haben», sagte Stauffer. Am frühen Samstagmorgen waren in der Disco des Café Mokka vier Afrikaner übel verprügelt worden. Die Polizei hat darauf vier weitere Ausländer in Untersuchungshaft genommen – wo sie derzeit immer noch sitzen. «Mokka»-Betreiber Pädu Anliker sprach in der Folge von einem gezielten «Überfall von serbischen Faschos» auf das Lokal respektive die Afrikaner, die sich in der Disco vergnügt hatten. Gleichzeitig betont er, dass es in der Geschichte des «Mokka» nur sehr wenige gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben habe: «Wir sind kein Hort der Gewalt!» Anliker ist überzeugt: «Diese Schlägertypen waren Profis, sie sind zum Teil über 30 Jahre alt, Familienväter. Die haben nur wenige Minuten in unserem Lokal verbracht mit dem Ziel, Angst und Schrecken zu verbreiten.»

Schliessung kein Thema

Trotzdem bleibt das Lokal offen: «Auch wenn es eine leidige Sache ist: Wir müssen weitermachen», sagt Pädu Anliker. Als Reaktion auf die Schlägerei werde die Kasse künftig bis Ladenschluss geöffnet bleiben. «Damit keiner unkontrolliert reinkommt.» Und Wodkashots werden aus dem Getränkesortiment gestrichen. «Diese aggressive Kampftrinkerei fördert alles andere als eine friedliche Stimmung», sagt der «Mokka»-Betreiber.

Daniel Landis, Leiter der Fachstelle Kinder und Jugend im städtischen Amt für Bildung und Sport, zuständig für das «Mokka», sagt, dass derzeit Gespräche laufen, welche Massnahmen solche Vorfälle künftig verhindern sollen. «Wir stehen in einem laufenden Dialog», betont Landis, sagt aber auch: «Wir müssen auch die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchungen abwarten, bis wir Entscheide fällen können.» Diskutiert würden neben einem Sicherheitsdienst auch andere Massnahmen, mit denen kontrolliert werden könnte, wer wann ins Lokal kommt – oder eben nicht. Kein Thema ist für Landis eine Schliessung: «Zum einen bestehen gerade bei den Konzerten Verträge, die eingehalten müssen. Zum anderen würden wir so die Leute ausschliessen – anstatt das Haus für sie offen zu halten, um mit ihnen zu arbeiten.»

SVP fordert Ausschaffung

Ihren eigenen Lösungsansatz präsentiert die Thuner SVP: Heute Abend will die SVP-Fraktion an der Stadtratssitzung einen Vorstoss einreichen. Sie fordert «die zuständigen Organe auf, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, damit ausländische Gewalttäter ausgeschafft werden, bevor sie wiederholt brutal Leute spitalreif schlagen». Christoph Peter, Präsident der SVP-Fraktion im Stadtparlament, wird auf der Website der Partei wie folgt zitiert: «Wir haben kein Interesse daran, alle Ausländerinnen und Ausländer in die Ecke der Kriminalität zu stellen.» Aber: Seine Partei wolle «konsequent gegen die kleine Minderheit von ausländischen Verbrechern vorgehen, nicht zuletzt zum Schutz derer, welche sich an das geltende Recht halten». Die Volkspartei gibt sich in ihrer Mitteilung überzeugt: «Die Mittel wären da: Polizei und Gemeinderat können mittels Anträgen an die Fremdenpolizei beeinflussen, dass gewalttätigen Ausländern die fremdenpolizeiliche Bewilligung für den Aufenthalt in der Schweiz nicht erneuert oder entzogen wird und sie demnach ausgeschafft werden.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch