Burgdorf

SVP und FDP fliegen aus der Regierung

BurgdorfHistorisch ist das, was in der Burgdorfer ­Exekutive passiert ist: Zwei der alteingesessenen ­bürgerlichen Parteien sind nicht mehr ­vertreten.

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Vor vier Jahren hat das damals neu gegründete RGM-Bündnis – bestehend aus SP, Grünen und EVP – die bürgerliche Mehrheit geknackt und das Zepter in der Stadtregierung übernommen.

Am Sonntag nun kam es zur Nagelprobe für Rot-Grün-Mitte: Gleich drei der vier RGM-Sitze wurden frei. Alle drei Parteien schafften es jedoch, ihre Sitze zu verteidigen: Die SP mit dem neuen Stapi Stefan Berger, die Grünen mit Theophil Bucher und die EVP mit Beatrice Kuster Müller. RGM hat die Bestätigung des Erfolgs von 2012 also geschafft.

Die Situation für RGM ist gar noch komfortabler geworden: Weil die GLP mit Christoph Grimm erstmals den Einzug in die Regierung geschafft hat, gibt es im Gemeinderat nun eine deutliche Mehrheit für Rot-Grün-Mitte.

Nur die BDP legte zu

Auf bürgerlicher Seite wusste nur die BDP zu überzeugen. Wie erwartet, holte Francesco Rappa dank seiner Stapi-Kandidatur für die BDP einen zweiten Sitz.

Geradezu dramatisch präsentiert sich die Lage für die alteingesessenen Kräfte SVP und FDP. Beinahe seit Menschengedenken waren die beiden Parteien immer mit jeweils mindestens einer Person im Gemeinderat vertreten. Ab 2017 ist das anders: Beide Parteien verloren ihren Sitz. Für die FDP geht damit der Negativtrend in der Burgdorfer Exekutive nahtlos weiter, nachdem sie bereits 2012 einen Sitz verloren ­hatte.

Hauptgrund für die bittere Niederlage der Freisinnigen ist die Posse um die Stapi-Kandidatur von Peter Urech. Dieser wollte Stadtpräsident werden, zog dann aber im Spätsommer völlig überraschend seine Kandidatur zurück. Die Partei hatte keinen Plan B in der Hinterhand und schickte kurzum den nahezu ­unbekannten Jungpolitiker Elias Maier ins Rennen um einen Gemeinderatssitz. Dieser verpasste erwartungsgemäss die Wahl. ­Wobei festgehalten werden muss: Maier erzielte ein respektables Resultat, es fehlten ihm am Ende nur gerade 27 Stimmen für das ersehnte Mandat.

«Nie damit gerechnet»

Bitter enttäuscht über das Wahlergebnis zeigte sich Nadja Pieren, die Wahlkampfleiterin der bürgerlichen Parteien. «Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir mit der SVP und der FDP aus dem Gemeinderat fliegen. Ich bin sehr enttäuscht.» Die Schuld suche sie jedoch nicht bei den bürgerlichen Parteien. «Das Verdikt war so deutlich, dass es nicht an unseren Kandidaten gelegen haben kann.» Die Bürgerlichen hätten ja kaum durchs Band die falschen Leute aufgestellt. Nein, vielmehr interpretiert sie den Wahlausgang als klares Bekenntnis der Bevölkerung dafür, dass sie ein rot-grün regiertes Burgdorf wolle. «Mit allen Konsequenzen», schiebt Pieren nach.

Die Stimmung im eigenen ­Lager während des Wahlkampfs beschreibt Pieren als gut. Weniger gut war sie nachvollzieh­barerweise am Sonntagabend bei der bürgerlichen Nachwahlveranstaltung.

Resultat SP, gewählt: Stefan Berger (Stadtpräsident), Annette Wisler Albrecht (2764 Stimmen, bisher). BDP, gewählt: Charlotte Gübeli (2835, bisher), Francesco Rappa (2218). GLP, gewählt: Christoph Grimm (2125). Grüne, ­gewählt: Theophil Bucher (2023). EVP, gewählt: Beatrice Kuster Müller (1813). SVP, nicht gewählt: Thomas Gerber (1642), Bruno Rosser (1550). FDP, nicht gewählt: Elias Maier (1786). CVP, nicht gewählt: Urs Pfister (828). (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.11.2016, 10:19 Uhr

Stimmbeteiligung

Die Stimmbeteiligung bei den Stadtpräsidiums-, Gemeinderats- und Stadtratswahlen lag bei 48 Prozent und damit im Rahmen des Erwarteten. Zum Vergleich: Vor acht Jahren – ­damals gab es ebenfalls eine Kampfwahl ums Präsidium – nahmen 49,4 Prozent der Burgdorfer Stimmbevölkerung teil. Vor vier Jahren, als Elisabeth Zäch als Stadtpräsidentin bereits im Vorfeld still bestätigt worden war, lag die Stimmbeteiligung bei bescheidenen 36,5 Prozent. phm

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