Südanflug wird ein Fall fürs Bundesgericht

Der Schweizerische Hängegleiterverband und die Segelfluggruppe Bern kämpfen weiter gegen das neue Anflugverfahren am Flughafen Bern-Belp.

Über dreihundert Einsprachen gingen ein, als der Flughafen Bern-Belp 2014 ein Gesuch für ein satellitengestütztes Anflugverfahren aus Süden stellte.

Über dreihundert Einsprachen gingen ein, als der Flughafen Bern-Belp 2014 ein Gesuch für ein satellitengestütztes Anflugverfahren aus Süden stellte.

(Bild: Raphael Moser)

Johannes Reichen

Der Rechtsstreit um den geplanten Südanflug auf den Flughafen Bern-Belp geht weiter. Der Schweizerische Hängegleiterverband (SHV) und die Segelfluggruppe (SG) Bern fechten den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts gemeinsam an. Das Gericht hatte mehrere Beschwerden gegen das neue Anflugverfahren abgewiesen. Damit wird sich nun auch noch das Bundesgericht mit dem neuen Anflugverfahren befassen müssen.

Laut Chrigel Markoff, Luftraumbeauftragter beim SHV, kritisieren die Beschwerdeführenden vier Punkte im Urteil von Mitte Oktober. Erstens seien die erwarteten Einschränkungen für den Luftraum angesichts des geringen Verkehrsaufkommens in Bern-Belp unverhältnismässig. «Zweitens fühlen wir uns im rechtlichen Gehör verletzt. Wir haben Vorschläge für andere Verfahren gemacht, auf die das Bundesverwaltungsgericht nicht eingegangen ist.»

Drittens habe das Gericht im Urteil verschiedene Sachverhalte falsch dargestellt. Konkret würde das neue Anflugverfahren das Aus für das Fluggebiet Falkenflug bedeuten, sagt Markoff. Diese Tatsache verneine das Gericht aber. Und viertens habe das Bundesverwaltungsgericht zwar die vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) vorgenommene Trennung zwischen dem Plangenehmigungs- und dem Luftraumverfahren gestützt. Gleichzeitig argumentiere es aber im Entscheid mit luftraumverfahrenstechnischen Argumenten. Das sei ein Widerspruch.

Lange Vorgeschichte

Der Flughafen Bern-Belp reichte Anfang 2014 das Gesuch für ein satellitengestütztes Anflugverfahren aus Süden ein. Daraufhin gingen beim Bazl über dreihundert Einsprachen von Einzelpersonen, Gemeinden und Organisationen ein. Es lehnte die Einsprachen allerdings ab. Rund ein Dutzend Organisationen gelangten daraufhin ans Bundesverwaltungsgericht.

Bis jetzt ist nicht bekannt, ob neben dem SHV und der SG Bern weitere Beschwerdeführende das Urteil weiterziehen. Klar ist, dass die Gemeinde Münsingen und die Vereinigung gegen Fluglärm den Entscheid akzeptieren.

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