Studentenheim ist erst der Anfang

Bolligen

Rund um den Bahnhof Bolligen wird gebaut. Obwohl die Bauarbeiten erst 2016 fertig sind, werden bereits die nächsten Projekte geplant. Ein Migrolino-Shop eröffnet im August.

Baustellen in Bolligen: Hier entsteht bis 2016 ein Studentenwohnheim mit 150 Zimmern.

Baustellen in Bolligen: Hier entsteht bis 2016 ein Studentenwohnheim mit 150 Zimmern.

(Bild: Andreas Blatter)

Der in Bolligen aus dem Zug steigt, betritt eine riesige Baustelle. Ein Kran hier, ein Bagger dort und überall Baulärm. Direkt neben dem Bahnhof entstehen zurzeit zwei Terrassenhäuser mit je sieben Wohnungen, ein Mietblock mit 12 Wohnungen und ein Studentenwohnheim mit 150 Zimmern. Nicht einmal der Bahnhof selbst bleibt verschont: Wo bis vor zwei Jahren ein Restaurant war, soll im August ein Migrolino-Shop mit Gastronomieecke eröffnen. Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen Parteilos) ist froh über die vielen Bauprojekte am Bahnhof: «Endlich läuft hier etwas.»

Zu wenig Parkplätze

Als das Restaurant im Bahnhof geschlossen wurde, verlor Bolligen eine öffentliche Toilette. Da einige Bürgerinnen und Bürger über den Verlust klagten, wird nun auf der Südostseite des Bahnhofgebäudes eine neue WC-Anlage gebaut. «Sie wird in Betrieb genommen, sobald der Migrolino-Shop fertig ist», sagt Burger. Der Verkaufsladen sollte ursprünglich im September 2014 eröffnet werden. Bedingt durch zwei Einsprachen, hat sich das Projekt zuerst auf Ende 2014 und nun auf August 2015 verzögert. «Wir mussten ausserdem Rücksicht auf die Mieter nehmen, damit diese durch den Bau nicht zu stark beeinträchtigt werden», sagt Katharina Plüss von Migrolino.

Sobald der Shop geöffnet hat, könnte es bereits zu neuen Problemen kommen. Rudolf Burger befürchtet, die Migrolino-Kunden würden in Zukunft die Parkplätze der Landi nutzen, die ihren Standort ebenfalls beim Bahnhof hat. «Wir haben hier in der Nähe zu wenig Kurzzeitparkplätze», sagt er und fügt hinzu: «Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt.» Wo in Zukunft Pendler am Morgen ihren Kaffee kaufen werden, sind momentan nämlich nur nackte Betonwände und ein paar lose Kabel zu sehen.

Grosse Nachfrage

Die restlichen Bauarbeiten rund um den Bahnhof Bolligen laufen bisher nach Plan. Das Studentenwohnheim Students Lodge soll voraussichtlich im September 2016 eröffnet werden. Im Januar 2016 werden die Zimmer ausgeschrieben. «Wir rechnen damit, das Wohnheim bis zum Semesterbeginn im Herbst füllen zu können», so Verwalterin Verena Nievergelt.

Auch die neuen Terrassenhäuser direkt neben dem Students Lodge sollen bis im Mai 2016 bezugsbereit sein. Die 14 Wohnungen sind ab einem Verkaufspreis von 940'000 Franken erhältlich, 9 sind bereits verkauft. «Bolligen braucht schon lange neue Wohnungen», sagt Rudolf Burger. In den letzten sechs Jahren seien jedoch nur wenige gebaut worden. Die Nachfrage sei deshalb immer noch um einiges grösser als das Angebot. «Dies ist eigentlich ein erstes grösseres kleines Projekt.»

Weitere Projekte in Planung

Der Gemeindepräsident deutet auf die UBS-Filiale, die sich oberhalb des Bahnhofs befindet. «Sie kann hoffentlich in den nächsten drei Jahren abgerissen werden.» Das Gebäude sei abbruchreif und könne nicht saniert werden. Auch die Musikschule hinter der Bank werde höchstwahrscheinlich nicht mehr lange stehen.

Was passiert danach mit dem Areal? «Es werden wahrscheinlich Geschäftsräumlichkeiten und weitere Wohnungen gebaut. Die UBS möchte ihren Sitz hierbehalten und würde voraussichtlich in den Neubau ziehen», sagt Burger.

Anpassungen notwendig

Im nächsten Jahr werden über 200 Personen ihre neue Wohnung am Bahnhof Bolligen beziehen. Aufgrund der hohen Anzahl an Überbauungen erfüllt die bestehende Wasserleitung die Erschliessungspflicht in diesem Bereich nicht mehr. «In den nächsten Jahren werden deshalb Anpassungen an den Druckstufen der Wasserversorgung notwendig sein», so Burger. Er denkt zudem, dass das Verkehrsregime angepasst werden muss, sobald die neuen Einwohner da sind. «Ich hoffe jedoch, dass möglichst viele der Studenten mit dem Zug unterwegs sein werden. Schliesslich haben sie das RBS-Bähnli genau vor der Nase.»

Berner Zeitung

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