Bernmobil will bis um 1 Uhr fahren

Bern

Trams und Busse in der Stadt Bern sollen bis um 1 Uhr fahren. Der Grosse Rat hat Ja gesagt. Trotzdem ist dies erst ab 2012 möglich.

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Wie praktisch war es doch während der Euro 08 im vergangenen Juni. Einen ganzen Monat lang fuhren die Trams und Busse von Bernmobil bis um 2 Uhr in der Früh. Selbst Fussballmuffel fanden daran Gefallen. Eine Bevölkerungsumfrage des kantonalen Amtes für öffentlichen Verkehr in diesem Jahr und Kundenrückmeldungen bei Bernmobil zeigten auf: Längere Fahrzeiten entsprechen einem Bedürfnis der ÖV-Benutzer.

Nun fordert Bernmobil längere Fahrzeiten: «Wir möchten unseren Abendbetrieb bis um 1 Uhr morgens ausbauen», bestätigt Bernmobil-Mediensprecherin Annegret Hewlett auf Anfrage. Das Ausgehverhalten der Kunden habe sich verändert. «Zudem wollen wir den Bahnfahrerinnen und Bahnfahrern, die nach Mitternacht aus Zürich oder Basel in Bern eintreffen, einen Anschluss bieten.»

Die Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland (RVK) bestärkt Bernmobil in der Forderung nach längeren Betriebszeiten. Die Einschätzung von Bernmobil werde geteilt und deren Anliegen unterstützt, steht in der Mitwirkung zum kantonalen Angebotskonzept für die Jahre 2010–2013.

Politik stellt Weichen

Trotzdem gibt es bei der Umsetzung ein Problem: Das ÖV-Angebot im ganzen Kanton Bern wird aus der Kantonskasse finanziert. Die Fahrzeiten sind in der sogenannten Angebotsverordnung geregelt. Damit Bernmobil länger fahren darf, muss diese Verordnung geändert werden.

Die nötigen Schritte dazu hat die Politik bereits getan. Vor gut drei Wochen hat der grosse Rat des Kantons Bern eine Motion zur Änderung der Angebotsverordnung überwiesen (wir berichteten). Der Regierungsrat muss bis 2010 dafür sorgen, dass die Bewohner von grossen und mittleren Zentren auch dann noch mit dem öffentlichen Verkehr nach Hause kommen, wenn die Fernverkehrszüge und S-Bahnen erst nach Mitternacht im Bahnhof eintreffen.

Umsetzung verzögert sich

Doch die vorgegebene Zeit ist knapp. «Im neuen Angebotskonzept 2010–2013 schlagen wir dem Grossen Rat kleinere Abrundungen des Abendangebotes vor», sagt Wolf-Dieter Deuschle, der Vorsteher des Amtes für öffentlichen Verkehr. «Für den grossen Wurf reichts frühestens 2012, spätestens mit dem Folgebeschluss 2014–2017.»

Berner Zeitung

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