Sternwarte von Mario Botta kann gebaut werden

Niedermuhlern

Der Regierungsstatthalter hat die Baubewilligung für den Neubau der Sternwarte Uecht in Niedermuhlern erteilt. Die Sternwarte wurde von Stararchitekt Mario Botta entworfen.

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Das Projekt einer neuen, vom Tessiner Stararchitekten Mario Botta entworfenen Sternwarte auf der Uecht bei Niedermuhlern ist einen Schritt weiter. Der Berner Regierungsstatthalter hat der Trägerstiftung die Baubewilligung für das Gebäude erteilt.

Wie Statthalter Christoph Lerch am Freitag mitteilte, ist im Verfahren ein Anliegen von Einsprechern berücksichtigt worden. Sie machten Befürchtungen hinsichtlich Mehrverkehr und Strassenstaub geltend. Für den Transport zur Sternwarte kommt deshalb ein Elektro-Shuttlebus zum Einsatz.

Auf Anfrage sagte Lerch, noch sei die Baubewilligung nicht rechtskräftig. Falls die Einsprecher mit dem Shuttle-Bus nicht einverstanden sein sollten, könnten sie den Entscheid an die kantonale Baudirektion weiterziehen. Aus der Sicht des Statthalteramts sei das Bauvorhaben bewilligungsfähig.

Neun Millionen nötig

Im Weiler Uecht auf dem Längenberg besteht seit 1951 eine Sternwarte. Sie genügt laut Unterlagen der Stiftung Uecht vom Oktober 2015 in baulicher und technischer Hinsicht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Deshalb soll sie mit einem neuen Observatorium ergänzt werden.

Nach neusten Berechnungen beträgt der Netto-Finanzierungsbedarf für das Projekt neun Millionen Franken. Das sagte am Freitag der Präsident des Stiftungsrats der Uecht-Stiftung, Andreas Blaser, auf Anfrage. In diesem Betrag sind Investitionen für das Gebäude und für die Wissensvermittlung enthalten.

Der Bau des Gebäudes macht 60 Prozent der Kosten aus, die Wissensvermittlung 40 Prozent. Die Stiftung will nämlich laut einer Mitteilung vom Freitag Besuchern ein «umfassendes Erlebnis» bieten. Diese sollen unter anderem einen Astro-Lehrpfad begehen und in der alten Sternwarte ein Museum besuchen können.

Das Projekt trägt jetzt den Namen «Swiss Information Center for Astronomy, Space Sciences and Global Sustainability». Es will Forschungsergebnisse der Astronomie, der Weltraumwissenschaft und der globalen Nachhaltigkeit auf eine spannende Weise vermitteln, wie Blaser weiter sagte.

Derzeit ist etwa die Hälfte der neun Millionen Franken in Aussicht gestellt oder zugesichert, also 4,5 Millionen Franken. Blaser geht davon aus, dass es gelingen wird, die übrigen 4,5 Millionen Franken auch noch aufzutreiben.«Ziel ist, die Finanzierung Anfang 2019 gesichert zu haben und danach mit dem Bau zu beginnen», sagte er.

Kürzlich hat die Stiftung bekanntgegeben, dass sie mit dem bekannten Schweizer Astronauten Claude Nicollier einen neuen «Botschafter» für das Ausbauprojekt gewinnen konnte.

Bus: Voraussetzung für Bewilligung

Bottas Projekt sieht ein weitgehend im Boden versenktes Gebäude vor, von dem von aussen bloss ein ovaler Turm mit der Kuppel zu sehen wäre. Die Uecht ist für eine Sternwarte gut gelegen, weil im Winter kaum Nebel herrscht und sie - trotz ihrer Nähe zu Bern - abseits des Lichtsmogs von Bern und Thun liegt.

Der elektrische Shuttlebus war laut Blaser eine Voraussetzung dafür, dass das Botta-Projekt eine Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone erhielt. Dieser Pendelbus ist insbesondere dafür gedacht, künftig Besucherinnen und Besucher zur Sternwarte zu bringen.

Für die im Observatorium arbeitenden Forscher gibt es laut Blaser einige wenige Parkplätze auf der Uecht. Blaser geht nicht davon aus, dass die Baubewilligung angefochten wird.

sih/pd

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