Stephan Märki bleibt weitere zwei Jahre

Bern

Die stürmische Intendanz am Konzert Theater Bern geht weiter: Stephan Märki hat am Donnerstag seine Vertragsver­längerung bis 2021 unterschrieben.

KTB-Intendant Stephan Märki hat seinen Vertrag bis 2021 verlängert.

KTB-Intendant Stephan Märki hat seinen Vertrag bis 2021 verlängert.

(Bild: Beat Mathys)

Michael Feller@mikefelloni

«Ein Theater muss Stadtthema sein», sagte Stephan Märki 2011 vor dem Antritt seiner neuen Stelle. Er folgte auf Marc Adam und wurde erster Intendant des neuen alten Vierspartenhauses Konzert Theater Bern, das aus der Fusion von Stadttheater und Symphonieorchester hervorgegangen war.

In letzter Zeit hätte er wohl gut damit gelebt, wenn sein Theater etwas weniger im Gerede ge­wesen wäre. Der Rauswurf von Schauspielchefin Stephanie Gräve schlug letztes Jahr hohe Wellen, Märki geriet wegen der Personalie in Kritik, Gräve zeigte ihren ehemaligen Chef gar wegen übler Nachrede an. Ständiges Thema war auch der Umbau des Stadttheaters, der dieses Jahr abgeschlossen wird und das Haus auf Trab hielt. Doch schliesslich wurde in erster Linie gespielt, gesungen und getanzt: Inhaltlich liess das Haus durchaus von sich hören.

Zehn Jahre sind genug

Am Donnerstag hat sich Stephan Märki nun entschieden, seinen bis 2019 laufenden Vertrag um zwei Jahre bis 2021 zu verlängern. So wird er seinen Posten mit 66 Jahren abgeben. Der Stiftungsrat hatte ihm einen neuen Vierjahresvertrag unterbreitet, doch Märki zieht es vor, den Schlussstrich nach zehn Jahren zu ziehen. «Das ist eine gute Zeit für eine Intendanz», sagte er am Donnerstag.

Es ist kein Geheimnis, dass Märki für die Verlängerung seines Vertrags gerne eine Erhöhung der Subventionen eingefordert hätte. Die wird aber erst 2018 verhandelt. Märki hatte wiederholt betont, dass die Belastungsgrenze bei Konzert Theater Bern erreicht sei.

Neue Formate fürs Orchester

Als wichtigstes Ziel für die vier verbleibenden Jahre nennt Märki die Modernisierung des Programmangebotes, zusätzliches Publikum zu gewinnen. «Wie fast alle Orchester haben wir mit sinkender Auslastung der klassischen Abokonzerte zu kämpfen», sagt er, «wir müssen mit neuen Formaten neue Zielgruppen erreichen.» Qualitativ sieht er unter Mario Venzago eine «stetige Steigerung auf sehr hohem Niveau». Generell findet er, mit seinen Teams in allen Sparten ein erfreuliches Level erreicht zu haben. Belegen lässt sich dies bei der Opern- und der Schauspielsparte mit Einladungen an Festspiele in der Spielzeit sowie der Orchestertournee jüngst nach China. «Wenn wir dieses Niveau bis 2021 halten können, bin ich sehr zufrieden.»

Ein längerfristiges Projekt ist die neue Digitalstrategie, die noch dieses Jahr vorgestellt werden soll. Darüber hinaus setzt Stephan Märki grosse Hoffnungen auf das neue Theatercafé in der alten Kornhauspost, das frühestens Ende Jahr eingeweiht werden dürfte. Dort soll fortgeführt werden, was mit dem Theaterprovisorium Kubus auf dem Waisenhausplatz gelang: eine räumliche Öffnung zur Stadt.

Der Stiftungsrat zeigte sich am Donnerstag erfreut über die Vertragsverlängerung. «Konzert Theater Bern hat sich geöffnet und kann zuversichtlich in die Zukunft blicken», liess am Donnerstag Übergangsstiftungsratspräsident Marcel Brülhart verlauten. Er lobte Märki für seine «herausragende Leistung» und freute sich, dass dieser seine «äusserst engagierte und erfolgreiche Arbeit» fortsetzen wird.

Zunächst steht die Sommerpause an. Bis Ende August – dann darf das Vierspartenhaus wieder zum Stadtthema werden.

Berner Zeitung

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