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Staubige Schulkinder in Köniz

Für den Film «Dällebach Kari» finden seit dem 1. Juli bis Mitte August Dreharbeiten in der Region statt. Am 25. Juli wurde beim Friedhof in Köniz das Rad der Zeit zurückgedreht.

Claudia Salzmann
Das Einwärmen am Set: Die Statisten rennen dem Regisseur Xavier Koller hinterher.
Das Einwärmen am Set: Die Statisten rennen dem Regisseur Xavier Koller hinterher.
Einige der Frisuren mussten bereits vor Drehstart wieder neu gemacht werden.
Einige der Frisuren mussten bereits vor Drehstart wieder neu gemacht werden.
Statisten werden vom Kamera-Team befragt, die den Making-Of-Film machen.
Statisten werden vom Kamera-Team befragt, die den Making-Of-Film machen.
An der Zeit gedreht: Nicht nur die Kleider...
An der Zeit gedreht: Nicht nur die Kleider...
... sondern auch die Frisuren kommen aus dem 19. Jahrhundert.
... sondern auch die Frisuren kommen aus dem 19. Jahrhundert.
Dällenbach Kari's Geschichte spielt von 1877 bis 1931.
Dällenbach Kari's Geschichte spielt von 1877 bis 1931.
Die Kleider sind noch zu sauber: Kurzerhand wird mit Erde und Gras Flecken darauf gemacht...
Die Kleider sind noch zu sauber: Kurzerhand wird mit Erde und Gras Flecken darauf gemacht...
... und mit Hilfe dieses Gerätes systematisch Staub auf die Kleider gesprüht.
... und mit Hilfe dieses Gerätes systematisch Staub auf die Kleider gesprüht.
Die anderen Schauspieler warten und reden im Schatten, im Bild der Totengräber-Gehilfe und der Pastor.
Die anderen Schauspieler warten und reden im Schatten, im Bild der Totengräber-Gehilfe und der Pastor.
Eigentlich sollten die Dreharbeiten gegen 10 Uhr losgehen, eine Stunde später ist man immer noch beim Aufbau.
Eigentlich sollten die Dreharbeiten gegen 10 Uhr losgehen, eine Stunde später ist man immer noch beim Aufbau.
Der Totengräber.
Der Totengräber.
Warten auf den Einsatz: Die heutigen Tornister sind definitiv kinderfreundlicher.
Warten auf den Einsatz: Die heutigen Tornister sind definitiv kinderfreundlicher.
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Am Montagmorgen bietet sich beim Friedhof in Köniz ein seltenes Bild: Schauspieler schlendern über den Innenhof und trinken Kaffee. Set-Mitarbeiter scheinen Selbstgespräche zu führen, doch sie sprechen in ihre Mikrophone und horchen Anweisungen, die ihnen ins Ohr gesprochen werden. Zwei junge Frauen sind bereits mit einer Schulterkamera unterwegs und fangen Bildmaterial ein. Die beiden sind mit dem Making-Of-Film zum Film «Dällebach Kari» betraut.

Ausnahmsweise dreckig

Von Hektik kann keine Rede sein. Auch die Technik steht noch nicht am Platz und die Kinder, die als Statisten agieren, treffen langsam ein. Allesamt tragen sie Kleider, wie sie zu Dällebach Karis Zeiten üblich waren – die Mädchen in Röcken, die Buben in halblangen Hosen und alle in klobigem, schwerem Schuhwerk. «Die Kleider sind noch zu sauber», sagt ein Set-Mitarbeiter. Deshalb begibt sich die Gruppe hinters Haus auf die Wiese.

Die Kinder scheinen eine wahre Freude zu haben, ausnahmsweise einmal dreckig sein zu dürfen. Sie reissen büschelweise Gras aus und reiben grüne Flecken in die Kleider, nehmen Erde und reiben ihre Hände und Arme damit ein. Damit die Kleider nach 19. Jahrhundert aussehen, werden die Kleider mit einem Wasserspray befeuchtet und dann von einem Gerät mit Staub besprüht. Die Kinder stehen geduldig da, lassen es über sich ergehen und schliessen die Augen, damit kein Staub eintreten kann.

Daneben stehen Neugierige, stolze Eltern und das Making-Of-Kamerateam. «Mein Sohn will Schauspieler werden», erzählt eine Deutsche, die in Unterseen wohnt. Bisher habe er grossen Spass. Auch sie selber habe vor 20 Jahren in Filmteams gearbeitet und wollte ihrem Sohn einen Einblick gewähren.

Tornister aus Holz

Dann endlich geht es los: Die Kinder bekommen Tornister und Säcke, die sie sich auf den Rücken schnallen. Mit viel Geschrei rennen sie die Treppe hoch ins Klassenzimmer. Und wieder runter, danach werden Frisuren gerichtet und Füsse und Hände mit mehr Farbe versehen. Wieder stellen sie sich auf, johlen und rennen die Treppe hinauf. Drinnen stehen die Kameras und halten die Szene fest. Immer und immer wieder wird die Szene wiederholt.

Auch andere Schauspieler warten auf ihren Einsatz. «Mein Vater war ein Totengräber. Ich hätte nie gedacht, dass ich selber mal einer sein werde», erzählt einer von ihnen. Er verbringt mit anderen im Schatten des Baumes wartend und schwatzend seine Zeit. Die drei Schauspieler kommen in der Friedhof-Szene zum Einsatz und gegen 14 Uhr dürften die Dreharbeiten hinter dem Schloss Köniz abgeschlossen sein, wie eine Set-Arbeiterin hofft.

«Vielleicht ist es auch ein oder zwei Stunden später», meint sie schmunzelnd.

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