Stadtrat will Beiz auf Münsterplatz

Bern

Das Stadtparlament will den Münsterplatz mit einer Beiz aufwerten. Die Idee dazu kam von GLP-Stadtrat Michael Köpfli. Sein Kommentar: «Für Bern ist dies eine Win-win-Situation»

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Tobias Habegger@TobiasHabegger

Obs am Ort lag? Wer weiss das schon. Die Stadtratsdebatte vom Donnerstag fand ausnahmsweise im Hotel National statt. Und die Restaurantatmosphäre inspirierte die achtzig Stadträtinnen und Stadträte derart stark, dass sie gleich zwei Pläne für neue Beizen auf öffentlichem Boden in der Stadt Bern bewilligten. Der Münsterplatz soll ebenso zum Biergarten werden wie der Platz, auf dem sich aktuell noch der Entsorgungshof Egelsee befindet.

Überraschend war dies deshalb, weil sich die schlagkräftige SP-Fraktion noch vor den Sommerferien gegen die Beiz vor dem Münster ausgesprochen hatte. «Nach anfänglichem Widerstand unterstützen wir nun den Plan», sagte SP-Stadträtin Nicola von Greyerz gestern Abend. Denn nur belebte Orte seien sichere Orte. «Mit Restaurants kann man tote Orte aufwerten.»

Mehr Einnahmen für die Stadt

Ein wenig Widerstand kam von JA-Stadträtin Lea Bill. «Der Wert des öffentlichen Raumes liegt darin, dass er für alle zugänglich ist, und nicht nur für kommerzielle Beizer», sagte sie. Während der Urheber der Idee, Michael Köpfli, betonte: «Das gibt eine Win-win-Situation.» Die Stadtbewohner und Touristen würden sich freuen über ein kühles Bier. «Und die Stadt kann neue Mieteinnahmen generieren.» Dann gab auch noch Gemeinderat Reto Nause (CVP) bekannt: «Auch ich bin ein Freund des mediterranen Bern.» Und Michael Köpfli hatte die Parlamentsmehrheit im Sack. Der Vorstoss wurde mit 54 zu 15 Stimmen überwiesen.

Gehts im Frühling 2014 los?

Zum Schluss gabs noch ein paar Details zu regeln. So wird der Platz für Interessenten nicht etwa ausgeschrieben. Das wäre unüblich, so Gemeinderat Reto Nause. Für Bewerber gilt «der übliche Weg – sie müssen bei den zuständigen Stellen ein Gesuch einreichen».

Oder die Toilettenfrage: «Es braucht keine Toi-Tois, ich kann den Denkmalpfleger also beruhigen», sagte Köpfli. Die Gäste seien sicher bereit, die paar Schritte bis zur Toilette auf der Münsterplattform zu gehen.

Wann starten? «Am liebsten nächste Woche», sagte Michael Köpfli. Doch realistisch sei wohl eher ein Start im Frühling 2014. Isabelle Heer (BDP) blieb noch zu warnen: «Es gibt viele Anlässe auf dem Münsterplatz. Die Interessenten müssen sehr flexibel sein.»

Berner Zeitung

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