Stadtrat unterstützt LGBTI-Beratungsstelle

Bern

Der Berner Stadtrat will die Beratungsstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Intersexuelle und Trans-Menschen (LGBTI) mit jährlich 20'000 Franken unterstützen. Der Betrag soll die ausfallenden Kosten des Kantons decken, bis dieser wieder bereit ist, das Angebot zu finanzieren.

400 Personen würden pro Jahr pro Jahr die LGBTI-Beratungsstelle. Das schrieben Stadträte von links bis rechts in einer interfraktionellen Motion.

400 Personen würden pro Jahr pro Jahr die LGBTI-Beratungsstelle. Das schrieben Stadträte von links bis rechts in einer interfraktionellen Motion.

(Bild: Christian Pfander)

Mit einem Betrag von 20'000 Franken will der Berner Stadtrat die ausfallenden Kosten des Kantons bei der LGBTI-Beratungsstelle decken, bis dieser wieder bereit ist, das Angebot zu finanzieren. Das fordert eine interfraktionelle Motion, die am Donnerstag mit grosser Mehrheit vom Stadtrat überwiesen wurde. Der Gemeinderat soll sich zudem dafür einsetzen, dass der Kanton seinen bisherigen jährlichen Beitrag von 20'000 Franken wieder leistet.

Der Kanton Bern unterstützt die Homosexuelle Arbeitsgruppe Bern (HAB) für die LGBTI-Community seit Ende 2016 nicht mehr. Grund war eine angeblich zu geringe Nachfrage. Tatsache sei aber, dass bis zu 400 Personen pro Jahr die Beratungen aufsuchen, schrieben Stadträte von links bis rechts in einer interfraktionellen Motion.

Auch der Gemeinderat will die Gleichstellung von LGBTI-Menschen fördern und hat diesen Grundsatz in seinen Legislaturzielen verankert. Entsprechend seien finanzielle Mittel im Budget 2018 vorhanden, teilte der Gemeinderat dem Stadtrat mit. Er erinnerte aber auch, dass die Motion in den Zuständigkeitsbereich der Exekutive falle und er damit einen grossen Spielraum zur Umsetzung habe.

«Ist die Stadt bereit, die Kosten zu übernehmen?»

SVP und EVP lehnten den Vorstoss ab. Die SVP kritisierte, dass die Vorlage viel zu spät vor das Stadtparlament gekommen sei. Sie sieht die Chancen nahe null, den Kanton für eine erneute Finanzierung zu überzeugen.

Henri-Charles Beuchat (SVP) sagte: «Eigentlich müsste die Abstimmung lauten: Ist die Stadt bereit, die Kosten zu übernehmen?» Die EVP befürchtete, mit dem Beratungsangebot die Agenda der LGBTI-Community zu finanzieren. Laut der Partei könnte das Geld ohne Probleme durch Spenden finanziert werden.

Letztes Jahr hat das Berner Stadtparlament entschieden, dem «Rainbow Cities Network» beizutreten. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss europäischer Städte mit dem Ziel, auf lokaler Ebene die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu bekämpfen.

sih/sda

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