Stadtrat fordert Veloweg Schönau-Eichholz

Bern

Ein Veloweg zwischen der Schönau und dem Eichholz ist ein Wunsch des Stadtrates.

Trotz des klaren Willens des Stadtrates, stehen die Chancen schlecht, dass ein breiterer Weg bald realisiert wird.

Trotz des klaren Willens des Stadtrates, stehen die Chancen schlecht, dass ein breiterer Weg bald realisiert wird.

(Bild: iStock)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

An heissen Sommertagen gehen Emotionen manchmal hoch: Zwischen dem Schönausteg und dem Eichholz gilt auf dem Weg entlang der Aare zwar ein Fahrverbot für Velofahrer. Doch lange nicht alle halten sich daran. Das sorgt für Ärger bei Aareschwimmern.

Hier will der Berner Stadtrat nun Abhilfe schaffen: Er hat am Donnerstagabend einer Motion der SP-Fraktion mit 53 Ja-Stimmen gegen 13 Nein-Stimmen zugestimmt. SP-Sprecher Michael Sutter betonte, dass der bestehende Veloweg zu viel Steigung aufweise und besonders für ungeübte Velofahrer oder Eltern mit Anhängern «keine Alternative» sei. 

«Der Uferweg muss verbreitert werden, wenn er künftig sowohl dem Fuss- als auch dem Veloverkehr offen stehen soll.»Michael SutterSP-Fraktion

Auch die Aufhebung des Fahrverbots sei keine Option, da der Weg zu schmal sei: «Der Uferweg muss verbreitert werden, wenn er künftig sowohl dem Fuss- als auch dem Veloverkehr offenstehen soll», forderte er. 

Köniz sperrt sich

Trotz des klaren Willens des Stadtrates, stehen die Chancen schlecht, dass ein breiterer Weg bald realisiert wird. Denn dieser führt über die Gemeindegrenze zwischen Bern und Köniz. Doch das Gemeindeparlament von Köniz hat sich vor zwei Jahren gegen das Projekt ausgesprochen. Gemeinderätin Ursula Wyss warnte die Stadträte entsprechend vor unrealistischen Hoffnungen: «Der Gemeinderat versteht den Vorstoss als Auftrag, mit Köniz pragmatisch eine Lösung zu suchen», betonte sie.

Trotz der eher geringen Realisierungschancen hat der Gemeinderat bereits Überlegungen angestellt, wie ein solcher Weg aussehen könnte. Für die Stadtregierung ist klar, dass er verbreitert werden müsste. «Für eine klar getrennte Anordnung des Fuss- und Veloverkehrs ist idealerweise eine Verbreiterung auf mindestens 6 Meter anzustreben», schreibt die Stadtregierung. Es müsse indes geprüft werden, ob eine solche Verbreiterung mit dem Ufer- und Gewässerschutz vereinbar wäre.

Die Argumente der Gegner

In der Debatte sprach sich SVP-Fraktionschef Alexander Feuz gegen das Projekt aus: «Ausgerechnet in einem Aareschutzgebiet wollen Sie einen Weg verbreitern», erklärte er. Auch die Grünliberalen lehnten den Vorstoss mehrheitlich ab. Fraktionschefin Melanie Mettler begründete dies vor allem mit dem Widerstand aus Köniz: «Es bringt nichts, wenn Sie hier vorwärtsdrängen.»

Berner Zeitung

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