Stadtnomaden hinterlassen «verwundetes» Gelände

Bern

Ihr letzter Standplatz in der Berner Neubrück ist abnahmebereit. Das sagen die Stadtnomaden. Allerdings sind die Spuren ihres Aufenthalts noch deutlich sichtbar. Die Kosten für die Wiederherstellung des Geländes übernimmt die Stadt.

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Ralph Heiniger

Als die Stadtnomaden die Neubrück Anfang Mai nach rund sechs Wochen wieder verliessen, erinnerte ihr Standplatz verdächtig an den Gurten am Tag nach den Festival: viel Müll und ein von übermässiger Beanspruchung gezeichneter Boden.

Nun ist der Müll beseitigt, noch zwei Materialanhänger und die gestapelten Schwerlastplatten befinden sich auf dem Gelände. Die Spuren der kurzen Nutzung als Standplatz sind am Boden aber immer noch gut zu erkennen.

Stadt wird neu ansäen

Auch der Anwalt der Stadtnomaden, Daniel Kettiger, spricht von einem «verwundeten» Gelände. «Als meine Klienten die Neubrück übernommen haben, war das Gelände vollkommen durchnässt.» Ihre Wagen wiegen bis zu zwei Tonnen. Dass dabei Landschaden entstehen werde, sei von Anfang an klar gewesen.

Gemäss dem Gebrauchsleihvertrag mit der Stadt Bern müssen die Stadtnomaden das Gelände in ordnungsgemässem Zustand hinterlassen. Dass man die Neubrück nach der Nutzung wiederherrichten müsse, habe man erwartet, sagt Christoph Schärer, Leiter Stadtgrün. «Wir vermuten, dass wir die Wiese teilweise neu ansäen müssen.» Die Kosten dafür übernehme die Stadt. Schärer rechnet damit, dass die Wiederherstellung lediglich einige Hundert Franken kosten wird.

Gemäss Auffassung der Stadt hätte die Übergabe der Neubrück bereits Anfang Monat stattfinden sollen. Stadtnomaden-Anwalt Kettiger räumt ein, dass es länger gedauert habe als geplant. «Die Übergabe hat sich verzögert, weil viele Stadtnomaden zurzeit auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeiten», erklärt Kettiger. Nun sei das Gelände aber abnahmebereit, nur ein Termin fehle noch.

Seit Mai im Hirschenpark

Seit Mai wohnen die Stadtnomaden im Hirschenpark, an der Tiefenaustrasse (wir berichteten). Dieser Standplatz sei zwar eng, aber grundsätzlich gut, findet Kettiger. Bis jetzt gab es aus der Nachbarschaft eine Beschwerde, weil ein Generator in der Nacht zu laut war. Ansonsten gibt es am neuen Standplatz aktuell keine Probleme.

Am 22.September letzten Jahres hat sich die Stadtberner Stimmbevölkerung klar zugunsten der Stadtnomaden und einer Zone für experimentelles Wohnen in Riedbach ausgesprochen. Wegen Einsprachen ist diese Zone aber noch nicht genehmigt worden.

Berner Zeitung

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