Stadtkinder bauen Samenbomben

Auf dem Gurten waren am Wochenende kleine Hobbygärtner am Werk. Die Aktion von Bioterra sollte den Kindern zeigen, wie sie etwas für Bienen, Frösche und Eidechsen tun können.

Die Kinder basteln ihre Samenbomben. Foto: Susanne Keller

Die Kinder basteln ihre Samenbomben. Foto: Susanne Keller

Die Klimaerwärmung ist aktuell eines der meistdiskutierten Themen. Junge Umweltaktivisten gehen auf die Strassen, die 16-jährige Greta Thunberg redet den Politikern ins Gewissen, und die Zukunftsgeneration ist sich einig: Nachhaltige Aktionen für die Natur sind nötig.

Ein gedankliches Samenkorn zugunsten von nachhaltigem Handeln legen auch die Verantwortlichen des Gurtengärtli aus. Die Aktion von Bioterra Schweiz will Kindern zeigen, wie im Kleinen gewirkt werden kann und was Bienen, Frösche und Eidechsen zum Überleben brauchen.

Grosses Interesse

Zum Saisonbeginn am gestrigen Sonntag ist das Interesse am Gurtengärtli gross. Zwar locken auf dem Hausberg Attraktivitäten wie die elektrische Eisenbahn oder Schminkkurse. Doch dann geht es für nicht wenige Kinder ab in das zentral gelegene Gärtli. Hier können die Kleinen ihre Wundernasen in Miststöcke stecken, im Dreck wühlen und wie die Grossen mit Karre und Gartenwerkzeug herumstapfen.

Lässig sei das, sagt Moritz Bock, bevor er eine zünftige Portion Wasser unter die bereitgestellte Erde mischt. Der Fünfjährige bastelt mit seiner vierjährigen Kollegin Emilia Rosenbaum gerade eine Samenbombe.

Die neben dem Garten vorbeifahrende Miniaturbahn ist ihm egal, er ist in grosser Mission da, mischt Ton, Erde, Wasser und Blumensamen zu einem runden Ball. Diesen will er in den Garten der Eltern werfen. Rosen kenne er schon und hier habe es noch andere Blumen drin, erklärt der Dreikäsehoch mit ernster Miene. Dann strahlt er und streckt die Hände aus: «Schau wie dreckig.»

Dritte Saison

Im Dreck zu wühlen, begeistert am Sonntag fast alle Kinder. Die fünfjährige Giulia Kuonen bedauert, keinen eigenen Garten zu haben, und die Mutter pflichtet ihr bei. «Das wäre schon schön.» Vier Blumentöpfe dienen dem Mädchen als Ersatz, und dort will sie jetzt die Blumensamen in die Erde drücken.

Die Aktion Gurtengärtli ist Teil des schweizweiten Projekts Gartenkind. Auf einfache Weise wird Kindern zwischen vier und elf Jahren der Zugang zu Gärten als Freizeitbeschäftigung und Wissensplatz ermöglicht. Auf dem Gurten geht das Projekt in die dritte Saison und hat sich etabliert. Je nach Wetter kommen jeweils 10 bis 40 Kinder, legen Hand an und ruhen sich ab und zu auch auf dem Baumbett aus.

Ausruhen kommt für Lea Klinger gerade nicht infrage. Die Vierjährige aus Toffen eilt ihrem Vater hinterher, ausgerüstet mit einer kleinen Schaufel und einer Lupe. Sie will im Mist nach Würmern graben. Wie andere ist sie kaum mehr vom Garten wegzulocken. Auf die Aufforderung einer Mutter, weiterzugehen, antwortet ein kleiner Bub mit einem entschiedenen «Nein».

Berner Zeitung

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