Das neue Tierheim kommt nun fast sicher in die Eymatt

Bern

Die Stimm­berechtigten der Stadt Bern ­geben der Überbauungsordnung für das neue Tierheim im Bremgartenwald mit 81 Prozent Ja-Stimmen den Segen.

Das Tierheim in Oberbottigen soll durch einen Neubau in der Eymatt ersetzt werden. Vier von fünf Berner Stimmbürger stehen hinter der Idee.<p class='credit'>(Bild: Urs Baumann)</p>

Das Tierheim in Oberbottigen soll durch einen Neubau in der Eymatt ersetzt werden. Vier von fünf Berner Stimmbürger stehen hinter der Idee.

(Bild: Urs Baumann)

Jürg Steiner@Guegi

Ihre Laune sei bestens, sagte Dorothea Loosli, frühere grüne Grossrätin und Präsidentin des Berner Tierschutzes, am Sonntag auf Anfrage. Verständlich: Die städtischen Stimmberechtigten räumten die wohl vorletzte Hürde auf dem langen Weg zum Bau eines neuen Tierheims aus dem Weg. Sie billigten mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 81 Prozent die Überbauungsordnung, mit der die zonenrechtlichen Grundlagen geschaffen werden für die Tierunterkunft in einer Waldlichtung im Gebiet Eymatt im Bremgartenwald. Rund 20 Jahre lang hat der Berner Tierschutz dafür gekämpft.

Jetzt, nach dem Ja des Stimmvolks, muss nur noch das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) das Vorhaben genehmigen. Eigentlich sollte nichts mehr schiefgehen, denn die Vorprüfung durch das AGR endete mit positivem Befund.

Zu lautes Gebell?

«Ich bin erfreut, dass mit dem Ja nach vielen Jahren der Planung nun eine breit abgestützte Lösung vorliegt», liess Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) ausrichten. Er sei überzeugt, dass der Standort für das geplante Tierheim ideal sei, und hoffe, dass die Annahme der Überbauungsordnung durch das Stimmvolk den Weg für die Realisierung nun ebne.

Von Graffenrieds Hoffnung bezieht sich auf eine letzte verbliebene Gruppe Einsprecher aus der benachbarten Gemeinde Wohlen, die beharrlich Widerstand leisten. Es geht um Lärm: Das neue Tierheim liegt ennet der Aare vis-à-vis der Siedlung Aumatt. Man befürchtet, von Hundegebell gestört zu werden.

Kürzere Auslaufzeiten

Vor zwei Wochen hat sich der Berner Tierschutz mit der grössten Einsprechergruppe geeinigt. Die Zeiten, in denen sich Hunde in Zwingern und grossen Ausläufen im Freien bewegen können, wurden beschränkt. Selbst Lärmschutzwände sind vorgesehen.

Dorothea Loosli hofft nun, dass im Genehmigungsverfahren des Kantons auch mit den letzten Einsprechern noch eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, wie sie ausführt. Der Berner Tierschutz werde alles dafür tun, damit es möglichst rasch vorwärtsgehe. Präsidentin Dorothea Loosli rechnet damit, dass mit dem Bau des neuen Tierheims im Frühjahr 2019 begonnen werden könne.

Nötig ist der Neubau für den Tierschutz, weil das bestehende, baufällige Tierheim in Oberbottigen seit Jahren hoffnungslos überlastet ist, dort aber wegen benachbarter Wohnhäuser nicht erweitert werden kann. Im Tierheim kommen bei weitem nicht nur Hunde unter, sondern auch Katzen, Kaninchen, Schildkröten oder Hamster, für die ihre Halterinnen oder Halter aus irgendeinem Grund nicht mehr sorgen können. Oder wollen.

Berner Zeitung

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