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Stadt will Werbung im öffentlichen Raum behalten

Der Berner Stadtrat hat am Donnerstagabend eine Motion für ein Werbeverbot in der Stadt abgelehnt.

Der Stadtrat wollte am Donnerstagabend nichts von einem Werbeverbot im öffentliche Grund inklusive Bus- und Tramhaltestellen wissen.
Der Stadtrat wollte am Donnerstagabend nichts von einem Werbeverbot im öffentliche Grund inklusive Bus- und Tramhaltestellen wissen.
Urs Baumann

Plakate von Modeketten, Automarken und Lebensmittel sollen weiterhin den öffentlichen Raum in der Stadt Bern zieren. Der Berner Stadtrat hat sich mit 36 Nein gegen 22 Ja gegen ein Werbeverbot ausgesprochen und damit der Motion von Christa Ammann eine Absage erteilt.

Die Motion forderte, dass der öffentliche Grund inklusive Bus- und Tramhaltestellen von kommerzieller Werbung befreit wird. «Die fortschreitende Kommerzialisierung des Stadtraums hat unbestreitbar negative Effekte auf das Wohlbefinden der Bevölkerung», sagte Christa Ammann von der Alternativen Liste am Donnerstag.

Sie sieht zudem kleine lokale Unternehmen benachteiligt. Diese könnten sich die Werbeflächen kaum leisten, der Platz sei nur für multinationale Konzerne und Grossunternehmen finanzierbar, kritisierte Ammann. Sie verwies auf Städte wie Grenoble, Sao Paulo und Brüssel, wo restriktive Werbevorschriften «kreative Gestaltungsräume» geschaffen hätten.

«Wieso nicht Graffiti anstatt H&M-Werbung?»

Unterstützung im Stadtparlament erhielt Ammann mehrheitlich von linken Parteien. «Wieso nicht Graffiti anstatt H&M-Werbung anschauen oder eine Kulturagenda studieren anstatt ein Auto?», sagte Seraina Patzen von der Jungen Alternative.

Für die Mehrheit im Parlament schien jedoch das Kostenargument zu überwiegen. Nur 0,32 Prozent der jährlichen Einnahmen der Stadt mache die Werbung aus, sagte Ammann. Das seien aber 3,4 Millionen Franken und damit keine Kleinigkeit, argumentierte hingegen der Gemeinderat.

«In einer freien liberalen Gesellschaft steht es jedem frei, die Werbung zu beachten oder nicht», sagte FDP-Stadtrat Christophe Weder. Für Erich Hess von der SVP ist Werbung sogar «Teil einer gut funktionierenden Wirtschaft».

Gemäss dem Gemeinderat ist die Werbefläche in der Stadt Bern im Vergleich mit anderen Städten verhältnismässig. «Seit zahlreichen Jahren stellen wir keine zusätzlichen Plakate auf», sagte Gemeinderätin Ursula Wyss. Schlussendlich sei die Werbefrage eine Einstellungssache. Der Gemeinderat müsse dabei einen Kompromiss zwischen allen Wünschen finden, sagte Wyss.

(SDA)

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