Stadt sucht Standort für ein neues Tramdepot

Bern

Auf dem Areal des Tramdepots am Eigerplatz sollen einst Wohnungen entstehen. Nun schlägt die Stadt Bern vier Standortvarianten für ein neues Depot vor.

Das Depot am Eigerplatz hat in ein paar Jahren ausgedient und soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Das Depot am Eigerplatz hat in ein paar Jahren ausgedient und soll durch einen Neubau ersetzt werden.

(Bild: Walter Pfäffli)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Der öffentliche Verkehr braucht Infrastruktur, die niemand vor seiner Haustüre will. Das ist in der Region Bern durch die Diskussion um die BLS-Werkstätte deutlich geworden. Nun hat die Stadt Bern die nächste Standortsuche lanciert. Jetzt geht es um ein neues Tramdepot.

Der Gemeinderat hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass er vier Standorte für einen Neubau in Betracht zieht. Bis im Sommer 2019 will er die Vor- und Nachteile der Areale Sportplatz Bodenweid, Messerligrube, Morillonmatte und Untermatt-Nord prüfen.

Ersatz für Depot Eigerplatz

Die städtischen Verkehrsbetriebe benötigen den neuen Standort, weil geplant ist, das Depot am Eigerplatz umzunutzen. Auf dem Areal sollen Wohnungen, Gewerbeflächen und Infrastrukturanlagen für das Quartier entstehen. Kommt hinzu, dass der Standort Eigerplatz den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Er ist für längere Tramkompositionen zu klein dimensioniert. Zudem ist ein Ausbau nicht mehr möglich.

Bernmobil verfügt an der Bolligenstrasse – in der Nähe des Bernexpo-Geländes – und am Europaplatz über zwei weitere Depots. Dasjenige an der Bolligenstrasse wird laut Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer in zwei bis drei Jahren auf die doppelte Kapazität ausgebaut. Diese wird im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Trams Bern–Ostermundigen benötigt. Die Notwendigkeit eines Ersatzstandorts für das Depot Eigerplatz begründet Bernmobil wie folgt: «Damit auch im Störungsfall ein reibungsloser Betrieb garantiert ist, braucht es Abstellanlagen östlich und westlich des Hauptbahnhofs», schreibt Bernmobil.

Die Vor- und Nachteile

Die Stadtregierung lässt nun zu den vier Standorten Studien ausarbeiten, damit sie bis im Sommer entscheiden kann. Dabei will sie Grundeigentümer, Quartierkommissionen und Anwohner einbeziehen.

Jeder der möglichen Standorte hat seine Nachteile. Die Standorte Messerligrube und Untermatt-Nord liegen nicht direkt an einer Tramlinie, sodass Anschlussgleise verlegt werden müssen. Der Standort Untermatt-Nord ist heute bewaldet, sodass eine Rodungsbewilligung erforderlich sein wird. Und beim Standort Bodenweid würden Sportplätze dem Depot zum Opfer fallen. Am grössten dürfte der Widerstand beim Standort Morillonmatte sein, da es sich um eine unbebaute Wiese handelt. Kommt hinzu, dass der Standort gemeindepolitisch delikat ist, da er auf dem Gebiet von Köniz liegt.

Vom Tisch ist dagegen die Idee eines unterirdischen Depots unter der Migros Bethlehem. Diese Variante hatte die Stadt erst noch Mitte Januar im Rahmen der Quartierentwicklung Bethlehem-West ins Spiel gebracht.

Berner Zeitung

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