Restaurant Dählhölzli erneut in der Kritik

Unfreundlicher Service, unpassendes Angebot: Das Restaurant Dählhölzli steht immer wieder in der Kritik – sogar vonseiten des Tierparks. Nun wird die die Eigentümerin, die Stadt Bern, aktiv.

Tolle Lage, oft kritisiert: Das Restaurant Dählhölzli an der Aare.

Tolle Lage, oft kritisiert: Das Restaurant Dählhölzli an der Aare.

(Bild: Beat Mathys)

Am Ort kann es nicht liegen. Die Terrasse des Restaurants Dählhölzli ist an einem Sommertag traumhaft schön: Die Aare fliesst in Sichtweite vorbei, ausladende Kastanienbäume spenden Schatten, und hie und da hört man Wasservögel schnattern.

Trotzdem hat das Restaurant Dählhölzli seit Jahren keinen rechten Erfolg. In regelmässigen Abständen gerät der Betrieb in die Kritik – letzte Woche wurden beispielsweise in Leserbriefen der schlechte Service und das «unmotivierte Dählhölzli-Personal» gerügt.

Diese Kritik wiederum bringt Tierparkdirektor Bernd Schildger auf die Palme: «Ich habe das beste Personal der Welt», sagt er. Das Problem: Dählhölzli und Dählhölzli sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Der Tierpark Dählhölzli ist der eine Betrieb, das Restaurant Dählhölzli der andere.

Letzterer gehört der Stadt und ist an die Gastrogruppe des Zürcher Frauenvereins (ZFV) vermietet. Das Restaurant Dählhölzli habe «weder organisatorisch noch betrieblich einen Zusammenhang mit dem Tierpark», betont die zuständige Abteilung Immobilien Stadt Bern (ISB).

Dennoch fällt Kritik am Restaurant auch immer auf den Tierpark zurück, wie Direktor Schildger festgestellt hat. Das sei aus Sicht der Gäste auch nachvollziehbar. «Tierpark und Restaurant Dählhölzli sind sich örtlich und vom Namen her ja sehr nahe.» Er könne und wolle darum Kritik am Restaurant nicht einfach ignorieren und leite sie jeweils an die Stadt als Eigentümerin weiter.

Die Stadt sucht das Gespräch

«Wir haben Kenntnis von der Kritik rund um das Restaurant Dählhölzli», bestätigt Christina Martig von ISB auf Anfrage. Die Stadt mache derzeit «eine Auslegeordnung rund um das Mietverhältnis für das Restaurant Dählhölzli». Die Stadt will nichts dazu sagen, ob auch eine Kündigung des Vertrags eine Option ist.

Vorerst suche man das persönliche Gespräch mit der Unternehmensleitung des Zürcher Frauenvereins, heisst es bei ISB. Der aktuelle Mietvertrag läuft bis zum 31. Oktober 2018. Daneben hat der ZFV ein Optionsrecht für eine weitere Mietdauer von fünf Jahren. «Der ZFV hat dieses Recht fristgerecht angemeldet», heisst es bei der Stadt.

ZFV will Pächter bleiben

«Wir sind definitiv daran interessiert, auch weiterhin Pächter des Restaurants zu sein», sagt Patrik Scheidegger, COO Gastronomie der ZFV-Unternehmungen. «Wir machen sehr viele positive Erfahrungen und sind gern Gastgeber an einem der beliebtesten Ausflugsziele in Bern.»

«Wir sind definitiv daran interessiert, auch weiterhin Pächter des Restaurants zu sein.»Patrik Scheidegger, ZFV

Es sei korrekt, dass es in letzter Zeit «auch negatives Feedback» gegeben habe. «Wir nehmen diese Kritik sehr ernst und lassen sie in die Ver­änderungen unserer Prozesse einfliessen», betont Scheidegger.

Beim Zürcher Frauenverein wird bestätigt, dass das Restaurant Dählhölzli aktuell keine Betriebsleitung hat. Das Lokal sei deswegen «aber nicht führungslos». Es werde ad interim geleitet, bis ein geeigneter Gastgeber gefunden sei.

Restaurant wird umgebaut

Die Stadt hat Pläne für das Restaurant Dählhölzli: Es soll in den nächsten Jahren durch einen Bau im Bereich der Pelikanbecken erweitert werden. Ausserdem wird der Selbstbedienungsbereich im bestehenden Hauptgebäude modernisiert.

Die Stadt hat dafür einen Architekturwettbewerb durchgeführt, den das Projekt Gartensaal eines Basler Architekturbüros gewonnen hat. Der Baubeginn sei aufgrund einer Anpassung des Zonenplans noch offen, heisst es bei der Stadt. «Bestenfalls kann im Jahr 2019/2020 begonnen werden.»

So lange wollte sich Tierparkdirektor Schildger nicht mit einer für ihn unbefriedigenden Lösung zufriedengeben. Im bezahlten Teil des Tierparks wurde Anfang Jahr das Eulen-Bistro eröffnet, das von der Berner Café-Bar Luna Llena betrieben wird.

«Unsere Idee war es sicher auch, eine Alternative zum Restaurant Dählhölzli zu bieten», räumt Schildger ein. Grundsätzlich sei aber der Tierpark interessiert an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Betreibern des Restaurants Dählhölzli.

«Mit den Verantwortlichen des Tierparks pflegen wir ein gutes Verhältnis», heisst es beim ZFV. Restaurant und Zoo könnten auf verschiedenen Ebenen voneinander profitieren.

Bei der Stadt will man die jüngste Kritik am Restaurant Dählhölzli nicht einfach zur Kenntnis nehmen. «Wir erhoffen uns, dass nach einem Gespräch mit der Unternehmensleitung des Zürcher Frauenvereins konkrete und spürbare Verbesserungen resultieren», sagt Christina Martig.

Berner Zeitung

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