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Stadt bringt Arbeitslose und Firmen zusammen

185 Langzeitarbeitslose fanden letztes Jahr dank der Unterstützung des Kompetenzzentrums Arbeit (KA) in Bern eine Stelle. Das KA erreicht im kantonalen Vergleich Spitzenwerte bei der Integration.

cla
Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, ist zufrieden mit der Arbeit des Kompetenzzentrums.
Gemeinderätin Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, ist zufrieden mit der Arbeit des Kompetenzzentrums.
Keystone
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Wer beim Grossverteiler seine Einkäufe selber einscannt, trägt unbewusst zu einer Entwicklung bei, welche die Sozialdienste beschäftigt: Arbeitsplätze für Menschen mit wenig oder schlechter Ausbildung verschwinden.

«Die Wirtschaft sucht vor allem Fachkräfte. Wir suchen Stellen für schlecht qualifizierte Personen. Angebot und Nachfrage passen nicht zusammen.» Das sagt Felix Wolffers, Leiter des Stadtberner Sozialamts. In Bern versucht das Kompetenzzentrum Arbeit (KA) seit zehn Jahren, Sozialhilfebezüger wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Mit Erfolg, wie die neusten Zahlen belegen, welche am Dienstag an einer Medienorientierung vorgestellt wurden: Letztes Jahr konnte das KA für 185 langzeitarbeitslose Sozialhilfebezüger eine Stelle in der Wirtschaft finden. Das entspricht 41 Prozent, die nicht mehr auf die Sozialhilfe angewiesen sind. «Damit weisen wir seit Jahren im kantonalen Vergleich Spitzenwerte bei der Integration aus», sagt Jürg Fassbind, Leiter des Kompetenzzentrums Arbeit.

Druckzentrum ist der grösste Partner

Das KA setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. «Ohne unsere 350 Partnerbetriebe wären wir nicht so erfolgreich», betont Fassbind. Der grösste dieser Partner ist das Tamedia-Druckzentrum am Berner Zentweg. 50 Personen konnte das KA in den letzten acht Jahren dorthin vermitteln.

«Wir wollen als Unternehmen nicht nur die Creme abschöpfen, sondern unsere Verantwortung wahrnehmen», sagt Reto Kälin, Leiter Zeitungsproduktion. Ein Betrieb, der Langzeitarbeitslosen eine Chance gibt, bekommt auch etwas zurück: Das KA zahlt während eines halben Jahres 40 Prozent des branchenüblichen Lohns retour. 80 Prozent der vermittelten Personen arbeiteten auch nach über einem Jahr noch in der Stelle, sagt Jürg Fassbind.

«Das beweist, dass unsere langjährigen Partner ernsthaft um Integration bemüht sind und die Leute nicht nur beschäftigen, solange sie 40 Prozent Zuschuss erhalten.» Natürlich gebe es auch schwarze Schafe. Solche Betriebe streiche das KA aber rasch von der Liste. Für Sozialhilfebezüger, die noch nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können, gibt es Praktikumsplätze zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen oder innerhalb der Stadtverwaltung. Und für einen Teil der KA-Klienten geht es nicht mehr um berufliche, sondern um soziale Integration. Diese Personen arbeiten in Betrieben des KA, wie zum Beispiel den Velostationen.

Das KA ist Teil des städtischen Sozialamts und wird vor allem durch kantonale Beiträge finanziert. Aus Spargründen musste das KA die Bauteilbörse und das Textilatelier streichen. Während die Bauteilbörse eine neue Trägerschaft habe, suche man für das Atelier noch nach Lösungen, sagte Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) am Dienstag.

Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe liegt laut Wolffers im Kanton Bern bei über zehn Prozent. Die generelle Quote beträgt demgegenüber aktuell 2,7 Prozent:

Die generelle Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 2,7 Prozent. Diejenige der Menschen mit niedrigen Qualifikationen liegt bei über zehn Prozent. Quelle: Newsnet

(SDA)

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