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«Die meisten schlittern in die Elternschaft»

Bern

In Bern bietet die Mütter- und Väterberatung neu gratis Rechtsauskunft an. Corina Alchenberger gibt Auskünfte rund um Unsicherheiten bei der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben.

«Ich treffe selten Paare an, die vor der Schwangerschaft die Situation ganz analytisch auseinandergenommen haben», sagt Corina Alchenberger. Foto: Raphael Moser

«Ich treffe selten Paare an, die vor der Schwangerschaft die Situation ganz analytisch auseinandergenommen haben», sagt Corina Alchenberger. Foto: Raphael Moser

Marina Bolzli@Zimlisberg

Corina Alchenberger, angenommen, ich werde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen und bin schwanger – muss ich es sagen?
Nein, man muss auf die Frage nach Schwangerschaft oder Kinderwunsch keine Antwort geben.

Was ja auch eine Antwort ist.
Das ist eine Gratwanderung. Der potenzielle Arbeitgeber dürfte eigentlich nicht fragen, Sie müssten nicht antworten. Aber Sie wollen ja ein Vertrauensverhältnis aufbauen.

Darf ich denn lügen?
Theoretisch wäre es erlaubt. Aber Sie gefährden damit vielleicht das Vertrauensverhältnis. Sie müssen eine Kosten-Nutzen-Analyse machen: Brauche ich diesen Job unbedingt? Was passiert, wenn ich den Job nicht bekomme, weil ich es sage? Was passiert, wenn ich den Job nicht bekomme, weil ich es nicht sage? Wann sage ich es und wie? Um das abzuwägen, reicht eine halbstündige Rechtsauskunft nicht aus. Aber ich kann den gesetzlichen Rahmen klarmachen und mit Ihnen andenken, wie Sie vorgehen könnten.

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