Stadt Bern plant einen neuen Aare-Einstieg am Schönausteg

Bern

Ab 2014 soll es in der Aare beim Schönausteg einen neuen Einstieg geben. Die Schwimmer sollen erst nach dem Steg in die Aare einsteigen. So will die Stadt künftig für mehr Sicherheit in der Aare sorgen.

Die gefährliche Situation am Schönausteg mit Schwimmern und Springern soll entschärft werden, indem der Einstieg in die Aare (rechts) flussabwärts hinter den Steg verschoben wird (Archivbild).

Die gefährliche Situation am Schönausteg mit Schwimmern und Springern soll entschärft werden, indem der Einstieg in die Aare (rechts) flussabwärts hinter den Steg verschoben wird (Archivbild).

(Bild: Urs Baumann)

Ralph Heiniger

Kurz vor dem Schönausteg gibt es einen Einstieg in die Aare für Schwimmer. Diese müssen nach wenigen Metern im Fluss unter dem Steg durchschwimmen. An schönen Tagen, wenn es viele Schwimmer in der Aare hat, wird diese Route zum Risiko. Denn für viele andere Schwimmer beginnt das Aareerlebnis mit einem kühnen Sprung vom Schönausteg.

«Hier noch von Selbstverantwortung der Springenden sprechen zu wollen, wäre absoluter Stumpfsinn», sagt Ruth Raaflaub. Sie arbeitet als Sportlehrerin am Gymnasium Kirchenfeld und ist FDP-Parlamentarierin aus Muri-Gümligen. Ihr ist dieser Aareeinstieg schon länger ein Dorn im Auge. Denn beim Sprung vom Schönausteg gibt es einen toten Winkel. «Es ist Zufall, wenn man beim Sprung keinen trifft», so Raaflaub.

Neuer Einstieg und eine Sensibilisierungskampagne

Im letzten Sommer ereignete sich ein Unfall, bei dem ein 13-Jähriger von einem Brückenspringer getroffen wurde. Damit dies der letzte Unfall am Schönausteg bleibt, will die Stadt Bern handeln. «Wir sind daran, ein Projekt für einen neuen Einstieg unterhalb des Schönaustegs zu erarbeiten», sagt Martina Rettenmund, Mediensprecherin der Berner Sicherheitsdirektion.

Auf diese Weise müssten die Aareschwimmer nicht mehr unter der Brücke durchschwimmen, sondern würden erst nach der Brücke in die Aare einsteigen. Den Einstieg oberhalb des Stegs will die Stadt zurückbauen, damit er nicht mehr verwendet werden kann. Gebaut werden kann wegen des Wasserstands nur in den Wintermonaten. Damit es aber im bevorstehenden Sommer zu keinen weiteren Unfällen kommt, wird die Stadt eine Sensibilisierungskampagne starten. «Es sind verschiedene Aktionen geplant», sagt Martina Rettenmund.

«Das Problem wird entschärft, aber nicht gelöst»

Die Verschiebung der Einstiegstelle sei eine gute Massnahme, findet Ruth Raaflaub. «Damit wird das Problem entschärft, aber nicht gelöst.» Die Schwimmer, die weiter oben beim Eichholz einsteigen, müssten schliesslich auch geschützt werden. Auch die Sensibilisierung begrüsst die Sportlehrerin, fordert aber gleichzeitig weitere Massnahmen.

«Sensibilisierung in Ehren, aber wer jahrelang vom Schönausteg in die Aare gesprungen ist, lässt sich durch ein Kampagne leider kaum davon abhalten.» An hochfrequentierten Tagen brauche es einen Sicherheitsdienst oder schlicht eine punktuelle Sperrung der Brücke. «Es ist mir klar, dass solche Verbote nie populär sind, aber es wäre fahrlässig, wenn die Stadt jetzt nichts unternehmen würde», sagt Raaflaub.

Beschlossen ist der neue Einstieg übrigens noch nicht, der Gemeinderat muss das Bauvorhaben zuerst noch bewilligen. «Es herrscht aber ein breiter Konsens, dass Handlungsbedarf besteht» so Rettenmund.

Berner Zeitung

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