Zum Hauptinhalt springen

Tour de Suisse: «Es geht auch weniger aufwendig»

Im Juni steht Bern während zweier Tage im Zeichen der Tour de Suisse. Nach dem mit vielen Verkehrssperrungen verbundenen Anlass vor zwei Jahren – und dem Megaevent Tour de France im letzten Jahr – findet nun eine «abgespeckte Variante» statt.

Christoph Hämmann
Ziel- bzw. Startroute der beiden Tour-de-Suisse-Etappen am 12. und 13. Juni 2017.
Ziel- bzw. Startroute der beiden Tour-de-Suisse-Etappen am 12. und 13. Juni 2017.
Keystone
Der grösste Radsportanlass der Schweiz gehöre einfach in die Bundesstadt, sagte Reto Nause an der Medienkonferenz. Deshalb zahlt die Stadt 70'000 Franken an den Anlass.
Der grösste Radsportanlass der Schweiz gehöre einfach in die Bundesstadt, sagte Reto Nause an der Medienkonferenz. Deshalb zahlt die Stadt 70'000 Franken an den Anlass.
Keystone
1 / 4

Der Münsterplatz gesperrt, dominiert von Polizei und Militär: Diese Szenerie war am Montag dem Staatsbesuch aus Liechtenstein geschuldet und hatte nichts damit zu tun, dass am gleichen Ort über die Tour-de-Suisse-Etappen mit Bern-Bezug informiert wurde. Dennoch hätte es sich angeboten, das Aufeinandertreffen als Symbol für den erneuten Ausnahmezustand zu geisseln, den die Stadt Bern am 12. und 13. Juni zu erwarten hat.

Dann wird Bern im Zeichen der Tour de Suisse stehen. Doch die Organisatoren gaben Entwarnung: Nach der logistischen Grossübung 2015 – am einen Tag mehrere Runden durch Bern und Köniz, am anderen ein mehrstündiges Zeitfahren – findet dieses Jahr laut Tour-Generaldirektor Olivier Senn «eine abgespeckte Variante» statt: «Wir zeigen, dass es viel weniger aufwendig geht.»

Tramgleisfrei

Dennoch geht es natürlich auch dieses Jahr nicht ohne Einschränkungen des Verkehrs. Entlang der Strecke ist mit Sperrungen von rund 30 Minuten zu ­rechnen, komplizierter wirds vor ­allem in Bern und Ostermundigen. Er appelliere «ans Verständnis und den Goodwill» der Bevölkerung, sagte der Berner Gemeinderat Reto Nause (CVP). Und er betonte, dass die Tourismus­region gleich doppelt von der Tour profitiere: Einerseits erreiche diese mehr als 30 Millionen TV-Zuschauerinnen und -Zuschauer, andererseits würden sowohl Tour-Tross als auch Radsportfans in Bern und Umgebung übernachten. Die Stadt beteiligt sich dieses Jahr mit 70 000 Franken an der Tour und erlässt den Organisatoren die Gebühren.

«Wir werden die kurzen Sperrungen gut meistern», sagte ­Ostermundigens Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos). Er freue sich, dass Ostermundigen bei dieser Tour «im Windschatten der Stadt Bern mitfahren» dürfe, und habe bisher positive Signale aus der Gemeinde erhalten.

Nach dem Start in Menziken und einer Fahrt durchs Entlebuch werden die Fahrer am 12. Juni via Emmental und Krauchthal in die Agglomeration Bern fahren (siehe Karte). Nach dem Gümligental gehts via Ostermundigen, Schosshalde und Muristalden in die Berner Altstadt, via Bundesplatz ins Marzili und via Matte und Aargauerstalden zum Ziel auf der Papiermühle­strasse. Dort endet das Rennen vor dem Guisanplatz, sodass im Unterschied zur Tour de France keine Tramgleise betroffen sind.

Am nächsten Tag fährt der Tross zunächst gemächlich vom Münsterplatz durch die Altstadt, dann via Schützenmatte und Neufeld über die Halenbrücke nach Wohlen. Etappenziel ist Villars-sur-Ollon im Kanton Waadt.

Wie die Partnerschaft von Tour und Stadt Bern weitergeht, ist offen. Man werde nach dem Rennen zusammensitzen, so die Verantwortlichen.

So sah es in und um Bern aus vor zwei Jahren, als die Tour de Suisse ebenfalls in der Bundeshauptstadt Halt machte:

Der Lokalmatador Fabian Cancellara vor dem Bundeshaus während der Tour-de-Suisse-Einzelfahrt am Sonntag, 21.6.2015.
Der Lokalmatador Fabian Cancellara vor dem Bundeshaus während der Tour-de-Suisse-Einzelfahrt am Sonntag, 21.6.2015.
Keystone
Fast mehr Schweizer-Fähnchen als Zuschauer am Strassenrand.
Fast mehr Schweizer-Fähnchen als Zuschauer am Strassenrand.
Keystone
Die Tour de Suisse in Bern bot tolle Fotomotive, wie hier in der Matte.
Die Tour de Suisse in Bern bot tolle Fotomotive, wie hier in der Matte.
Keystone
Alexej Lutsenko aus Kasachstan gewann am Samstag die 8. und zweitletzte Etappe der Tour de Suisse.
Alexej Lutsenko aus Kasachstan gewann am Samstag die 8. und zweitletzte Etappe der Tour de Suisse.
Die obligaten Küsschen für den Sieger.
Die obligaten Küsschen für den Sieger.
Keystone
In der Gesamtwertung behauptete sich Thibaut Pinot vorne. Der Franzose mit den beiden Ehrendamen udn Ex-Missen Dominique Rinderknecht (l.) und Linda Fäh.
In der Gesamtwertung behauptete sich Thibaut Pinot vorne. Der Franzose mit den beiden Ehrendamen udn Ex-Missen Dominique Rinderknecht (l.) und Linda Fäh.
Keystone
Kurz nach 14 Uhr Uhr strömten am Samstag die Zuschauer in die Kramgasse, um die Tour de Suisse vor der schönen Altstadtkulisse zu verfolgen.
Kurz nach 14 Uhr Uhr strömten am Samstag die Zuschauer in die Kramgasse, um die Tour de Suisse vor der schönen Altstadtkulisse zu verfolgen.
Sibylle Hartmann
Die Steelband Tropical Dreams spielte am Zytglogge zum Auftakt des Rennens.
Die Steelband Tropical Dreams spielte am Zytglogge zum Auftakt des Rennens.
Sibylle Hartmann
Achtung Radrennen in der Altstadt! Mit einem horrenden Tempo fuhren die Wagen, die das Radrennen anführten, um die Kurven in der Altstadt.
Achtung Radrennen in der Altstadt! Mit einem horrenden Tempo fuhren die Wagen, die das Radrennen anführten, um die Kurven in der Altstadt.
Sibylle Hartmann
Und da waren sie endlich: Nur drei Minuten nach dem Start beim Stade de Suisse fegte die Spitze des Rennes über das Kopfsteinpflaster.
Und da waren sie endlich: Nur drei Minuten nach dem Start beim Stade de Suisse fegte die Spitze des Rennes über das Kopfsteinpflaster.
Sibylle Hartmann
Als die Fahrer in die Kramgasse einbogen, ertönte der Berner Marsch aus den Boxen. Dass die Sportler selber etwas davon mitgekommen haben, ist zu bezweifeln. Für die Zuschauer, unter ihnen viele Touristen, wars umso schöner.
Als die Fahrer in die Kramgasse einbogen, ertönte der Berner Marsch aus den Boxen. Dass die Sportler selber etwas davon mitgekommen haben, ist zu bezweifeln. Für die Zuschauer, unter ihnen viele Touristen, wars umso schöner.
Sibylle Hartmann
Und weiter gings über den Bundesplatz.
Und weiter gings über den Bundesplatz.
Keystone
Und auch hier gings den meisten offenbar in erster Linie um ein gutes Bild.
Und auch hier gings den meisten offenbar in erster Linie um ein gutes Bild.
Keystone
Und der Besenwagen durfte natürlich auch nicht fehlen!
Und der Besenwagen durfte natürlich auch nicht fehlen!
Sibylle Hartmann
Nachdem die insgesamt 143 Fahrer im Nu an den Zuschauern vorbei gerast waren, folgte Werbetross.
Nachdem die insgesamt 143 Fahrer im Nu an den Zuschauern vorbei gerast waren, folgte Werbetross.
Sibylle Hartmann
Besonders beliebt war der Frisco-Wagen. So genossen jeder zweite in der Altstadt am Samstagnachmittag eine «Raketen-Glace».
Besonders beliebt war der Frisco-Wagen. So genossen jeder zweite in der Altstadt am Samstagnachmittag eine «Raketen-Glace».
Sibylle Hartmann
Bis die Fahrer wieder nach Bern zurückkehrten, gab es für die Zuschauer entlang der Strecke zig Möglichkeiten, sich zu vertköstigen.
Bis die Fahrer wieder nach Bern zurückkehrten, gab es für die Zuschauer entlang der Strecke zig Möglichkeiten, sich zu vertköstigen.
Sibylle Hartmann
Diese beiden warteten geduldig am Aargauerstalden.
Diese beiden warteten geduldig am Aargauerstalden.
Sibylle Hartmann
Und diese drei zogen den fantastische Blick auf die Berner Altstadt dem Rennen offenbar vor.
Und diese drei zogen den fantastische Blick auf die Berner Altstadt dem Rennen offenbar vor.
Sibylle Hartmann
Und da waren sie endlich wieder. Aber auch bergauf waren die Fahrer so schnell unterwegs, dass es schwierig war, Fabian Cancellara auszumachen, trotz Hinweis der Speaker, dass er ein weisses Trikot trägt.
Und da waren sie endlich wieder. Aber auch bergauf waren die Fahrer so schnell unterwegs, dass es schwierig war, Fabian Cancellara auszumachen, trotz Hinweis der Speaker, dass er ein weisses Trikot trägt.
Sibylle Hartmann
1 / 22
Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch