Stadt Bern findet keinen Partner für Velo-Hauslieferdienst

Die Stadt Bern hat versucht, Organisationen für den Aufbau eines Velo-Hauslieferdiensts zu gewinnen. Ohne Erfolgt, wie sich jetzt zeigt. Damit ist bereits der zweite Versuch gescheitert, einen solchen Dienst aufzubauen.

Niemand will für den Hauslieferdienst radeln: Die Gewa-Stiftung, die Heilsarmee und der Velokurier erteilten der Stadt eine Absage<p class='credit'>(Bild: Adrian Moser)</p>

Niemand will für den Hauslieferdienst radeln: Die Gewa-Stiftung, die Heilsarmee und der Velokurier erteilten der Stadt eine Absage

(Bild: Adrian Moser)

Mit dem Aufbau eines Velo-Hauslieferdiensts nach Burgdorfer Vorbild hapert es in der Stadt Bern weiterhin. Ein erster Versuch scheiterte vor einigen Jahren an zu wenig Velo fahrenden Langzeitarbeitslosen. Nun fehlt es an Organisationen, welche den Betrieb aufziehen möchten.

Wie Berns Gemeinderat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf einen Stadtratsvorstoss schreibt, bekundete die Berner Gewa-Stiftung für berufliche Integration vor gewisser Zeit Interesse am Aufbau eines solchen Betriebs. Aus Ressourcengründen habe sich die Stiftung jedoch inzwischen zurückgezogen. Auch die Heilsarmee und der Velokurier Bern hätten sich für ein solches Angebot interessiert. In keinem Fall sei es aber gelungen, ein Detailkonzept auszuarbeiten.

Zuerst intern geplant

Im Mai 2010 hatte der Berner Gemeinderat dem Stadtrat beschieden, für den Aufbau eines Velo-Hauslieferdiensts in Bern fehle es an geeigneten Fahrerinnen und Fahrern unter den Langzeitarbeitslosen. Damals sollte das zur Stadtverwaltung gehörende Kompetenzzentrum Arbeit den Betrieb organisieren.

Dieses Kompetenzzentrum bietet mit Hilfe von Arbeitslosen schon eine ganze Reihe von Dienstleistungen an. So kümmern sich die von diesem Zentrum betreuten Personen etwa um die Fahrräder des Veloverleihs «Bern rollt».

Dem Stadtrat missfiel die Antwort des Gemeinderats von 2010. Schon damals forderte er, die Stadtregierung müsse insistieren und 2017 überwies der Rat ein Postulat der SP-Fraktion, zu dem nun die Antwort des Gemeinderats vorliegt.

In dieser Antwort fasst die Stadtregierung zusammen, was sie seither getan hat. So liess sie nach dem Scheitern einer verwaltungsinternen Lösung externe Betreibermodelle untersuchen. Sie befürworte die Einführung eines solchen Angebots, schreibt die Stadtregierung. Ein Velo-Hauslieferdienst reduziere den motorisierten Individualverkehr und fördere die Velokultur.

Aber eben: Es habe keine Betreiberorganisation gefunden werden können. Wie der Berner Stadtrat auf die neue Nachricht aus dem Berner Gemeinderat reagiert, ist offen. Die Behandlung des Postulats der SP-Fraktion ist noch nicht traktandiert.

Seit 1997 in Burgdorf

Velo-Hauslieferdienste gibt es laut dem Verein Velo-Lieferdienste Schweiz in über 20 Schweizer Städten. Im Kanton Bern existieren Angebote in Biel, Langenthal, Langnau, Thun und Burgdorf. In der letztgenannten Stadt wurde 1997 der erste solche Dienst der Schweiz in Betrieb genommen.

ske/sda

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