Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Polizeisirene

Bern

Die Sirene der Reitschule soll vor polizeilichen Übergriffen auf der Schützenmatte warnen – aber begünstigt sie womöglich auch die Hinderung einer Amtshandlung?

Wenn die Polizei auf der Schützenmatte interveniert, lässt die Reitschule neuerdings eine Sirene ertönen.

Wenn die Polizei auf der Schützenmatte interveniert, lässt die Reitschule neuerdings eine Sirene ertönen.

(Bild: Raphael Moser)

Michael Bucher@MichuBucher

Die Sirene bei der Reitschule, die vor Polizeieinsätzen warnt, wird zum Fall für die Justiz. Die Berner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung dazu eingeleitet, wie deren Sprecher Christoph Scheurer bestätigt. Dabei werde geprüft, ob die Straftatbestände der Begünstigung oder der Hinderung einer Amtshandlung erfüllt sind. Ist dies der Fall, kann die Staatsanwaltschaft die Sirene per Strafbefehl entfernen lassen.

Die Kantonspolizei hatte bei ihren jüngsten Einsätzen beklagt, wegen der Warnsirene hätten mutmassliche Drogendealer ins Innere der Reitschule flüchten können. Dem widerspricht die Reitschule. Die Sirene sei jeweils erst betätigt worden, als die Polizisten bereits Personen festnahmen. «Einer rechtlichen Prüfung sehen wir daher gelassen entgegen», schreibt die Mediengruppe der Reitschule. Über den weiteren Einsatz der Sirene will sie «zu gegebener Zeit entscheiden». Mit dem Alarm will die Reitschule Besucher auf die «Gefahr von Polizeiübergriffen» aufmerksam machen.

Berner Zeitung

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