Spüren, wo der Schuh drückt

Die ehemalige Regierungsstatthalterin Regula Mader ist neue Präsidentin des Vereins Haus der Religionen. An der heutigen, zehnten Nacht der Religionen nimmt sie aber eher als Zuschauerin teil.

Regula Mader ist die neue Präsidentin des Vereins Haus  der Religionen.

Regula Mader ist die neue Präsidentin des Vereins Haus der Religionen. Bild: Raphael Moser

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Hörbehinderte, die mit Eritreern Gebärdenlieder singen, und Buddhisten, die mit römisch-katholischen Pfarrern nach dem inneren Frieden suchen: Auch dieses Jahr bietet die Nacht der Religionen wieder ein Programm, das sich besonders durch die Begegnung verschiedener Kulturen und Religionen auszeichnet. Und wiederum haben die Besucher die Qual der Wahl: An zwölf verschiedenen Orten finden 15 verschiedene Programmpunkte statt.

Ein Erfolgsrezept, das heuer zum zehnten Mal angewendet wird. Es brauche «viel Kraft, Elan und Initiative der beteiligten Glaubensgemeinschaften», sagt Anne Hampel, Mediensprecherin des Hauses der Religionen. Doch nicht nur der Anlass feiert dieses Jahr Jubiläum; der Verein «Haus der Religionen – Dialog der Kulturen» wird 15 Jahre alt. Die längste Zeit hielt Gerda Hauck das Präsidium des Vereins inne, dieses Jahr jedoch sitzt eine neue Frau an der Spitze: Regula Mader übernahm das ehrenamtliche Amt im Sommer 2017.

Eine vermittelnde Rolle

Regula Mader ist keine Unbekannte: Seit 2006 ist sie Mitglied der Stiftung «Europaplatz – Haus der Religionen», davor war sie Regierungsstatthalterin, und später leitete sie die Universitären Psychiatrischen Dienste. Und auch in ihrer aktuellen Position als Direktorin des Schlossgartens Riggisberg, eines Wohn- und Ar­beitszentrums für Menschen mit Beeinträchtigung, erschien sie öfters in den Medien.

Gegen aussen hätte sich die 55-Jährige in der Zwischenzeit also eine dicke Haut zulegen müssen. Ihre neue Funktion beim Haus der Religionen verlange aber genau das Gegenteil: «Nun brauche ich eher eine dünne Haut. Wenn so viele verschiedene Religionen unter einem Dach hausen, muss man sensibel sein und frühzeitig spüren, wo der Schuh drückt.»

Diese vermittelnde Rolle passe gut zu ihr, findet Mader. Aber auch durch ihre organisatorischen und strategischen Talente hofft sie das Haus der Religionen zu unterstützen. Das Zentrum am Europaplatz besteht nämlich erst seit drei Jahren und befindet sich noch in der Aufbauphase. Viele unternehmerische Strukturen müssen erst noch entwickelt werden, erklärt Mader: «Eine meiner ersten Amtshandlungen war es etwa, ein Personalreglement zu verabschieden.»

Das Erstaunliche an Maders neuer Position: Sie selbst ist vor über 30 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil sie sich an den hierarchischen Strukturen störte.

Verändern wolle sie am erfolgreichen Konzept des Hauses nur wenig, so Mader. Und auch an der heutigen Nacht der Religionen will sie als Zuhörerin teilnehmen.

Das heutige Programm finden Sie auf www.nacht-der-religionen.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.11.2017, 10:54 Uhr

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