SP behält den Kopf oben

Bern

Ihre Rot-Grün-Mitte-Politik konsequent weiterführen und die eigenen Leistungen besser sichtbar machen: So will die SP die neue Legislatur prägen.

Die SP hat das Stadtpräsidium verloren. Trotzdem behielten die Mitglieder an der Delegiertenversammlung einen kühlen Kopf und wollen das Resultat in Ruhe analysieren.
Christoph Hämmann

Die SP verzichtete am Montagabend an ihrer Delegiertenversammlung auf eine Chropfleerete und ­Ad-hoc-Analysen. Dafür sei nicht der Moment, mahnte Co-Präsidentin Edith Siegen­thaler. Der Verlust des Stadtpräsidiums, die Niederlage von Ursula Wyss (SP) gegen Alec von Graffenried (GFL), solle vertieft analysiert und erst darauf diskutiert werden. Die Bitte, dieses Vorgehen zu respektieren, dürfte sich unter anderen an Peter Vollmer gerichtet haben.

Keine 24 Stunden nach der Stapi-Entscheidung hatte der Alt-Nationalrat auf Radio SRF seine Partei dafür kritisiert, zu wenig auf Argumente zu setzen und zu stark auf Mehrheiten zu pochen.Um Inhalte ging es jedenfalls sowohl Wyss als auch Siegen­thaler beim Blick auf die neue Legislatur. Beide fanden, man sei der Wählerschaft «eine konsequente Rot-Grün-Mitte-Politik» schuldig.

«Unsere Versprechen haben wir als RGM-Bündnis abgegeben», so Wyss. «Jetzt sind wir unseren Wählerinnen und Wählern schuldig, möglichst viel davon umzusetzen.» Dafür stehe auch von Graffenried in der Pflicht, sagte Siegenthaler, während Wyss ihre Partei dazu aufrief, «die Gräben im Bündnis zuzuschütten». Die SP wiederum müsse ihre «Leistungen besser sichtbar machen», sagte Siegenthaler.

«Riesiger Wahlerfolg»

Alexander Tschäppät, der an der Versammlung von seiner Partei als Stadtpräsident verabschiedet wurde, ermunterte die Delegierten, «den Kopf nur heute noch ein bisschen hängen zu lassen». Die SP und das RGM-Bündnis hätten Ende November einen «riesigen Wahlerfolg» gefeiert.

Dies sei ein Grund zur Freude, so Tschäppät, und gleichzeitig erkannte er darin einen möglichen Faktor, der zum sonntäglichen Sieg von Graffenrieds beigetragen habe: Viele hätten womöglich den Mittemann gewählt, um die RGM-Übermacht ein Stück weit zu korrigieren.

Der langjährige Parteisekretär Willi Zahnd sagte, dass der Erhalt der zwei SP-Gemeinderatssitze nicht selbstverständlich sei. Dazu und zum vierten RGM-Sitz habe von Graffenried beigetragen.

Berner Zeitung

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