Holligen

Spielt der Markt im Warmbächli?

HolligenNur Genossenschaften dürfen am Warmbächliweg bauen. Die Nachfrage ist momentan so gross wie das Angebot: Für die sechs Baufelder gingen bisher sechs Bewerbungen ein.

Hier wurde früher der Berner Kehricht verbrannt. Demnächst sollen am Warmbächliweg 250 Wohnungen entstehen.

Hier wurde früher der Berner Kehricht verbrannt. Demnächst sollen am Warmbächliweg 250 Wohnungen entstehen. Bild: Stefan Anderegg

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Die Kehrichtverbrennungsanlage ist weg. Stattdessen soll am Warmbächliweg die Überbauung «Strawberry Fields» entstehen. In diesem Frühling wurde das Vergabeverfahren für die Überbauung des Areals Warmbächliweg-Güterstrasse lanciert. Die Stadt will sämtliche Baufelder im Baurecht an gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften abgegeben. Auf den sechs Baufeldern sollen rund 250 neue Wohnungen entstehen.

Bis Ende August haben sich laut der Zeitung «Der Bund» für die sechs Baufelder exakt sechs gemeinnützige Wohnbauträger gemeldet. Und alle Genossenschaften, die sich beworben haben, sind unter dem Dach der Wohnbaugenossenschaften Bern-Solothurn vereint.

Kurz: Angebot gleich Nachfrage, und alle Nachfrager gehören zum selben Verband. Ein Schelm, der Übles dabei denkt? Jörg Sollberger, Präsident der Wohnbaugenossenschaften Bern-Solothurn, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Noch eine Woche Zeit

Nächste Woche läuft die Frist zum Einreichen von Offerten ab. Die Frage, ob seit Ende August weitere Offerten eingereicht wurden, beantwortet der zuständige Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP) erst, wenn die Frist abgelaufen sein wird. Grundsätzlich sagt er zum speziellen Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage am Warmbächliweg: «Wenn sich gewisse Interessenten besser organisieren als andere, haben sie wohl einen Vorteil.»

In der Stadt Bern stehen in den nächsten zehn Jahren Bauvorhaben in Milliardenhöhe auf dem Programm. Ein Drittel davon ist für Wohnbaugenossenschaften reserviert. Dies verlangte die Wohnbauinitiative, welche die Stadtberner Stimmbevölkerung im letzten Jahr wuchtig angenommen hat. Gegner warnten davor, dass es gar nicht genug Wohnbaugenossenschaften gebe, um derartige Bauvorhaben marktgerecht zu stemmen.

Zeigen die wenigen Bauofferten am Warmbächliweg, dass der Wettbewerb bei diesen Projekten künftig ausgehebelt wird? «Es ist zu früh, dazu etwas zu sagen», erklärt Alexandre Schmidt. Weiter betont er: «Die Stadt schliesst den Wettbewerb nicht aus. Andere Bewerbungen sind willkommen.» Man habe alle interessierten Wohnbaugenossenschaften zu einer Orientierungsveranstaltung eingeladen. Neun seien gekommen.

Baubeginn 2019

Trotz der geringen Nachfrage lässt der Finanzdirektor nicht mit sich über den in der Abstimmungsbotschaft festgelegten Baurechtszins von insgesamt mindestens einer Million Franken reden. Er räumt aber ein: «Was letztlich offeriert wird, wird sich zeigen. Sonst müssen wir ein zweites Mal ausschreiben.» Noch offen ist zudem, welche Infrastrukturkosten für die Stadt anfallen. «Über das Ausmass der Kosten und deren Verteilung liegen noch keine konkreten Anträge vor.

In aller Regel werden diese über den Baurechtszins gegenfinanziert», so Schmidt. Der Gemeinderat will noch heuer über die Vergabe der Baufelder entscheiden. Danach will die Stadt eng mit den Genossenschaften zusammenarbeiten und eine gemeinsame Entwicklungs- und Realisierungsträgerschaft bilden. Baubeginn ist für 2019 geplant. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.09.2015, 09:41 Uhr

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