Büren an der Aare

Sommaruga lobt Flüchtlings-Ausbildungsprogramm

Büren an der AareMit dem Beschäftigungsprogramm «In Limbo» bietet das Durchgangszentrum in Büren den Asylbewerbern eine berufliche Grundbildung an und bereitet sie so auf den Arbeitsmarkt in der Schweiz oder im Heimatland vor.

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Die Zeit totschlagen, TV schauen, an der frischen Luft rauchen. So sieht der Alltag eines Asylbe­werbers oder einer Asylbewerberin in einer Kollektivunterkunft vermutlich nicht selten aus. Was die Bewohner des Durchgangszentrums in Büren an der Aare erleben, hat damit jedoch nichts zu tun. Sie haben das Glück, ihr provisorisches Zuhause an einem Ort gefunden zu haben, der ihnen ganz andere, bisher ungekannte Möglichkeiten bietet.

Denn obwohl ein Durchgangszentrum keinen Integrationsauftrag hat, hat sich das Leitungsteam in Büren zum Ziel gesetzt, den Be­wohnern während des Wartens auf den Asylentscheid Wissen zu vermitteln, das ihnen den Eintritt in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt ermöglichen soll.

«In Limbo» heisst das Be­schäftigungsprogramm, das 2016 als Pilotversuch eingeführt wurde. Zuerst haben 100 Personen davon profitiert, nun macht die Betreiberin des Durchgangszen­trums, Asyl Biel und Region, «In Limbo» allen ihren 2100 Klienten zugänglich.

Bundesrätin zu Besuch

Am Montag bekamen die Bewohner der Kollektivunterkunft in Büren hohen Besuch. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) sowie die beiden Berner Regierungs­räte Hans-Jürg Käser (FDP) und Pierre Alain Schnegg (SVP) liessen sich das Beschäftigungs­programm erklären und die Ar­beitsplätze zeigen.

Was Sommaruga sah, gefiel ihr. «Die Menschen werden gestärkt. Und dies ganz unabhängig davon, ob sie in der Schweiz bleiben ­dürfen oder nicht.» Das ist denn auch ein Kernpunkt des Projekts: Die Asylbewerberinnen und -bewerber kommen in den Genuss einer beruflichen Grundbildung, die ihnen sowohl im Schweizer Arbeitsmarkt wie auch bei einem allfälligen negativen Asylentscheid in ihrem Heimatland zugute kommen soll.

Im Interview teilt Bundesrätin Simonetta Sommaruga ihre Eindrücke vom Flüchtlingsprogramm «In Limbo». Video: sda

Imkern, gärtnern, flicken

Im Hinterhof des Durchgangszentrums sind eine Gärtnerei, eine Imkerei, eine Velowerkstatt und ein Schreineratelier eingerichtet. Dort arbeiten die Asylbewerber freiwillig mit. Das Team des Durchgangszentrums Büren hat sich ein Netzwerk an externen Partnern aufgebaut. So können die Zentrumsbewohner ihr erworbenes Wissen auch ausserhalb der Unterkunft anwenden, etwa in gemeinnützigen Beschäftigungsprogrammen. Sie helfen im Imkerverein mit, reissen Neophyten aus, schneiden Hecken.

Eindrücke vom Arbeitsalltag in der Asylunterkunft von Büren an der Aare. Video: sda

«Unser Ziel ist es, dass unsere Asylsuchenden auch bewilligungspflichtigen Beschäftigungen nachgehen können», sagt der Leiter des Durchgangszentrums, Markus Schneider. Er denkt dabei insbesondere an saisonbedingte Arbeiten in der Landwirtschaft. «Da sollte es möglich sein, dass der eine oder andere die rund 266 Franken Asylsozial­hilfe, die er pro Monat von der ­öffentlichen Hand bekommt, künftig selber erwirtschaftet und damit den Staat entlastet», sagt Schneider. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.02.2017, 15:24 Uhr

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